In vielen Warmwasserspeichern steckt ein Bauteil, das kaum jemand kennt und das trotzdem über die Lebensdauer des Speichers mitentscheidet: die Opferanode. Sie schützt den Behälter von innen vor Korrosion – und verbraucht sich dabei. Wird sie nie kontrolliert, kann aus einem Wartungsthema ein Austausch des ganzen Speichers werden. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Anode funktioniert und worauf Sie achten sollten.
Was eine Opferanode ist
Eine Opferanode ist ein Metallstab, meist aus Magnesium, der von oben oder seitlich in den Speicher ragt. Sie ist mit dem Stahlbehälter leitend verbunden. Weil Magnesium unedler ist als Stahl, gibt es im Wasser bevorzugt Material ab. So entsteht ein Schutzstrom, der den Stahl an Stellen schützt, an denen die Innenbeschichtung kleine Fehlstellen hat.
Verbreitet sind Opferanoden vor allem in emaillierten Stahlspeichern. Die Emaille schützt den größten Teil der Oberfläche, aber ganz ohne Poren und Fehlstellen lässt sie sich nicht herstellen. Genau dort setzt die Anode an.
Warum sie sich verbraucht
Die Anode schützt den Speicher, indem sie selbst nach und nach abgetragen wird. Wie schnell das geht, hängt unter anderem von der Wasserqualität, der Wassertemperatur, der Menge des durchfließenden Wassers und dem Zustand der Beschichtung ab. Eine feste Lebensdauer gibt es deshalb nicht. Ist die Anode weitgehend aufgelöst, endet ihr Schutz – ohne dass das von außen sichtbar wird.
Nicht jeder Speicher hat eine Opferanode
Speicher aus anderen Werkstoffen werden teilweise ohne Anode gebaut. Andere Speicher arbeiten mit einer Fremdstromanode, die den Schutzstrom über einen kleinen Stromanschluss erzeugt und sich nicht im selben Maß verbraucht. Welche Lösung in Ihrem Speicher steckt, verraten Typenschild und Herstellerunterlagen. Danach richten sich auch Kontrolle und Wartung.
Kontrolle und Wartung
Wie oft die Anode geprüft werden sollte, gibt der Hersteller des Speichers vor. Sinnvoll ist es, die Kontrolle in die regelmäßige Wartung einzubeziehen. Je nach Bauart wird der Zustand über eine Anzeige am Speicher, eine Messung des Schutzstroms oder durch Ausbauen und Ansehen der Anode beurteilt.
Austausch der Opferanode
Ist die Anode verbraucht, wird sie durch eine neue ersetzt, die zum Speicher passt – Material, Länge, Durchmesser und Gewinde müssen stimmen. Ist wenig Platz über dem Speicher, gibt es je nach Hersteller auch Ausführungen, die sich anders einbauen lassen. Bei dieser Gelegenheit lässt sich der Speicher auch auf Kalk und Ablagerungen ansehen. Wann eine Entkalkung sinnvoll ist, beschreibt der Ratgeber Warmwasserspeicher entkalken.
Mögliche Folgen einer verbrauchten Anode
- Korrosion an Fehlstellen der Innenbeschichtung,
- rostiges oder bräunliches Warmwasser, während das Kaltwasser klar ist,
- im fortgeschrittenen Stadium Undichtigkeiten am Behälter – dann ist in der Regel nicht mehr die Anode, sondern der Speicher zu ersetzen.
Tritt am Speicher Wasser aus, hilft der Ratgeber Boiler tropft bei der Einordnung. Riecht das Warmwasser nach faulen Eiern, kann die Anode eine von mehreren Ursachen sein – mehr dazu im Ratgeber Wasser riecht nach faulen Eiern.
Wann ein Fachbetrieb sich die Anode ansehen sollte
- wenn Sie nicht wissen, wann die Anode zuletzt geprüft wurde,
- wenn nur das Warmwasser bräunlich oder rostig ist,
- wenn das Warmwasser unangenehm riecht,
- wenn am Speicher Feuchtigkeit oder Rostspuren auftauchen.
Wir prüfen Anode und Speicher und ordnen ein, ob ein Anodentausch genügt oder der Speicher am Ende ist. Mehr dazu auf der Seite Warmwasserspeicher Berlin. In der Mietwohnung ist der Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung zuständig.
Fazit
Die Opferanode schützt viele Warmwasserspeicher von innen vor Korrosion, indem sie sich selbst nach und nach auflöst. Weil das von außen nicht zu sehen ist, sollte sie nach Herstellervorgabe kontrolliert und rechtzeitig ersetzt werden. Ein Anodentausch ist ein überschaubarer Wartungsschritt – ein durchgerosteter Speicher dagegen ein Austausch.







































































