Sanitär Express Berlin
Frau hält sich an der Küchenspüle die Nase zu und hält ein Glas Leitungswasser, während Wasser aus dem verchromten Hahn läuft
Ratgeber

Sanitär & Wasser

Wasser riecht nach faulen Eiern – Ursachen und was Sie tun sollten

Ein Geruch nach faulen Eiern aus dem Wasserhahn ist unangenehm, hat aber meist eine eingrenzbare Ursache – häufig im Warmwasserspeicher. Mit einem einfachen Glas-Test finden Sie heraus, wo Sie suchen müssen.

30. September 2026

Wenn das Wasser nach faulen Eiern riecht, steckt meist Schwefelwasserstoff dahinter – ein Gas, das schon in sehr geringen Mengen deutlich zu riechen ist. Das ist unangenehm und irritierend, hat aber in den meisten Fällen eine gut eingrenzbare Ursache. Sehr häufig liegt sie im Warmwasserspeicher. Manchmal ist es auch gar nicht das Wasser, sondern der Abfluss, der riecht. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die Quelle eingrenzen, was dahinterstecken kann, was Sie jetzt tun sollten und wann ein Fachbetrieb prüfen muss.

Erst prüfen: Riecht das Wasser oder der Abfluss?

Der Geruch nach faulen Eiern wird oft dem Wasser zugeschrieben, kommt aber tatsächlich aus dem Abfluss. Unter dem Waschbecken oder in der Dusche strömt das Wasser in den Ablauf, und der Geruch steigt genau dort auf, wo Sie gerade stehen. Ein einfacher Test schafft Klarheit:

  1. Füllen Sie ein sauberes Glas mit Wasser aus dem betroffenen Hahn.
  2. Gehen Sie damit aus dem Bad oder der Küche in einen anderen Raum.
  3. Riechen Sie dort am Glas.

Riecht das Wasser im Glas nicht, liegt die Ursache sehr wahrscheinlich im Abfluss – etwa in einem ausgetrockneten oder verschmutzten Siphon. Was dann hilft, erklärt der Ratgeber Abfluss stinkt. Riecht das Wasser im Glas selbst, geht es weiter mit der Eingrenzung.

Nur warm, nur kalt oder beides?

Füllen Sie jeweils ein Glas nur mit kaltem und eines nur mit warmem Wasser und machen Sie den Test erneut.

  • Nur das warme Wasser riecht: der häufigste Fall. Die Ursache liegt dann fast immer im Warmwasserspeicher oder in der Warmwasserleitung.
  • Kalt und warm riechen: Dann kommt die Ursache eher aus der Hausinstallation oder – seltener – aus dem Versorgungsnetz. Fragen Sie Nachbarn, ob sie denselben Geruch bemerken.
  • Nur an einem Hahn: Oft ein selten genutzter Leitungsabschnitt, in dem Wasser lange gestanden hat.
  • Nur nach längerer Abwesenheit: Dann spielt Stagnation die Hauptrolle.

Die häufigsten Ursachen

Reaktion im Warmwasserspeicher

Viele Warmwasserspeicher sind mit einer Schutzanode aus Magnesium ausgestattet. Sie soll den Behälter vor Korrosion schützen, indem sie sich nach und nach selbst verbraucht. Unter bestimmten Bedingungen können dabei zusammen mit Bakterien, die im Wasser natürlich vorkommen, Schwefelverbindungen entstehen – und daraus der typische Geruch nach faulen Eiern. Begünstigt wird das durch lange Standzeiten, einen wenig genutzten Speicher und eine niedrige Wassertemperatur. Welche Rolle Anode und Speicherzustand spielen, klärt eine fachliche Prüfung.

Stagnation nach Urlaub oder Leerstand

Stand das Wasser längere Zeit in der Leitung oder im Speicher, können sich Gerüche bilden. Nach einem Urlaub, in einer länger leerstehenden Wohnung oder in selten genutzten Gästebädern ist das nicht ungewöhnlich. Verschwindet der Geruch nach gründlichem Durchspülen und kommt nicht wieder, war Stagnation wahrscheinlich die Ursache. Vorbeugend hilft es, selten genutzte Zapfstellen wie ein Gästebad oder eine Außendusche regelmäßig kurz zu benutzen. Wer eine längere Reise plant, sollte vorher klären, wie mit dem Warmwasserspeicher umgegangen wird – einfach ausschalten ist nicht immer die beste Lösung, weil das Wasser dann lange lauwarm steht. Wie der Speicher in Ihrer Anlage am besten betrieben wird, kann ein Fachbetrieb bei der nächsten Prüfung erläutern.

Hausinstallation oder Versorgungsnetz

Riechen kaltes und warmes Wasser, und das im ganzen Haus, kann die Ursache in der Hausinstallation liegen. Sind auch Nachbarhäuser betroffen, sollten Sie den Versorger informieren – in Berlin die Berliner Wasserbetriebe. Im Mehrfamilienhaus ist zunächst die Hausverwaltung der richtige Ansprechpartner.

Der Abfluss als eigentliche Quelle

Wie oben beschrieben: Wenn das Wasser im Glas neutral riecht, ist der Abfluss die Quelle. Das ist ein Abwasserthema und hat mit der Trinkwasserqualität nichts zu tun.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Eingrenzen: Glas-Test, kalt und warm getrennt, betroffene Hähne notieren, Nachbarn fragen.
  • Wasser laufen lassen: Spülen Sie betroffene Zapfstellen gründlich durch. Nach einer Abwesenheit hilft das oft schon.
  • Kaltes Wasser betroffen? Nicht trinken: Riecht auch das kalte Wasser, verwenden Sie es bis zur Klärung nicht zum Trinken und Kochen.
  • Beobachten: Kommt der Geruch nach dem Spülen zurück, notieren Sie, wann und wo.
  • Informieren: Bei mehreren Wohnungen die Hausverwaltung, bei mehreren Häusern den Versorger.

Ist der Geruch gesundheitlich bedenklich?

Der Geruch nach faulen Eiern ist vor allem unangenehm. Die Mengen, die Sie riechen, sind in der Regel sehr gering, denn Schwefelwasserstoff ist schon in kleinsten Spuren wahrnehmbar. Trotzdem sollten Sie Wasser, das deutlich riecht, nicht trinken – insbesondere, wenn auch das kalte Wasser betroffen ist. Ein Geruch zeigt, dass im System etwas nicht stimmt, und sollte geklärt werden. Bei Unsicherheit kann eine Trinkwasseruntersuchung durch ein Labor Klarheit bringen.

Wann der Fachbetrieb ran sollte

Ein Fachbetrieb sollte prüfen, wenn der Geruch nach dem Durchspülen wiederkommt, dauerhaft im Warmwasser auftritt oder auch das kalte Wasser betrifft. Bei der Prüfung am Warmwasserspeicher werden unter anderem der Zustand der Anode, die Betriebsweise, die eingestellte Temperatur und die Nutzung angesehen. Je nach Befund kann der Tausch der Anode, eine andere Anodenart, eine Reinigung des Speichers oder eine angepasste Betriebsweise helfen. Zeigt der Speicher dabei starke Ablagerungen, hilft der Ratgeber Warmwasserspeicher entkalken bei der Einordnung. Tropft er zusätzlich, lesen Sie im Ratgeber Boiler tropft weiter.

Steht ein Hygieneproblem im Raum – etwa weil der Geruch mit Stagnation, langen Leitungen oder selten genutzten Strängen zusammenhängt –, lohnt sich ein Blick auf die gesamte Anlage. Dabei unterstützen wir im Rahmen unserer Trinkwasserhygiene in Berlin.

In der Mietwohnung und im Mehrfamilienhaus

In der Mietwohnung können Sie den Glas-Test machen, betroffene Hähne durchspülen und Ihre Beobachtungen festhalten. Hängt ein Warmwasserspeicher in Ihrer Wohnung oder wird das Warmwasser zentral im Haus erzeugt, ist die Prüfung in der Regel Sache der Hausverwaltung oder des Vermieters. Melden Sie den Geruch möglichst genau: nur warm oder auch kalt, welche Hähne, seit wann, nach Abwesenheit oder dauerhaft. Wer die Prüfung beauftragt und die Kosten trägt, hängt vom Mietvertrag und vom Einzelfall ab.

Fazit

Riecht Wasser nach faulen Eiern, prüfen Sie zuerst mit dem Glas-Test, ob wirklich das Wasser oder der Abfluss riecht. Ist nur das warme Wasser betroffen, liegt die Ursache meist im Warmwasserspeicher – oft im Zusammenspiel von Schutzanode, Bakterien, langer Standzeit und niedriger Temperatur. Spülen Sie durch, trinken Sie betroffenes kaltes Wasser nicht und verändern Sie keine Temperatur- oder Sicherheitseinstellungen. Kommt der Geruch wieder, sollte ein Fachbetrieb Speicher und Installation prüfen.

Häufige Fragen

Weitere Beiträge

Aus dem Beitrag wurde ein Anliegen?

Schreiben Sie uns per WhatsApp oder rufen Sie kurz an – eine ehrliche Ersteinschätzung kostet nichts.