Wenn der Durchlauferhitzer kein warmes Wasser mehr liefert, muss nicht gleich ein neues Gerät her. Häufig fließt zu wenig Wasser, sodass das Gerät gar nicht einschaltet, oder eine Sicherung hat ausgelöst. Es kann aber auch ein Bauteil im Inneren defekt sein. Hier erfahren Sie, wie Sie das Symptom richtig einordnen und was Sie selbst tun können, ohne sich zu gefährden. Falls noch unklar ist, welches Gerät Ihr Warmwasser überhaupt bereitet, hilft zuerst der Beitrag Kein warmes Wasser.
Welches Symptom passt zu welcher Ursache?
| Was Sie bemerken | Mögliche Ursachen |
|---|---|
| Wasser bleibt an allen Zapfstellen kalt | Sicherung oder FI ausgelöst, Sicherheitstemperaturbegrenzer, defektes Heizelement oder Elektronik |
| Wasser bleibt nur an einer Zapfstelle kalt | Verkalkter Perlator oder Duschkopf, Armatur oder Thermostat dieser Zapfstelle |
| Wasser wird nur lauwarm | Durchfluss zu hoch, niedrige Temperaturvorwahl, Teilausfall der Heizung |
| Temperatur schwankt | Schwankender Durchfluss oder Druck, Armatur, Verkalkung, Durchflusserfassung |
| Sicherung fliegt beim Aufdrehen | Elektrischer Fehler an Gerät oder Zuleitung |
| Wasser tropft am Gerät | Undichter Anschluss oder innen undichtes Bauteil |
So gehen Sie der Reihe nach vor
1. Zapfstellen vergleichen
Drehen Sie an Küche, Waschbecken und Dusche nacheinander warm auf. Kommt nur an einer Stelle kein warmes Wasser, liegt das Problem meist nicht am Durchlauferhitzer, sondern an der Armatur. Ein Thermostat an der Dusche kann zum Beispiel klemmen oder verkalkt sein.
2. Durchfluss prüfen
Ein Durchlauferhitzer schaltet erst ab einer bestimmten Wassermenge ein. Ist der Strahl dünn, bleibt er womöglich aus. Schrauben Sie den Perlator ab und spülen Sie ihn. Wie das geht, zeigt Perlator reinigen. Auch ein verkalkter Brausekopf kann bremsen, siehe Duschkopf entkalken. Ist der Druck überall im Haushalt schwach, hilft der Beitrag Wasserdruck zu niedrig weiter.
3. Sicherungskasten kontrollieren
Hat die Sicherung für das Gerät oder der FI-Schalter ausgelöst? Viele Geräte hängen an drei Sicherungen, prüfen Sie deshalb alle. Dann können Sie wieder einschalten. Löst es erneut aus, lassen Sie es aus. Wiederholtes Einschalten beseitigt keine Ursache.
4. Temperatur und Durchfluss einstellen
Hat das Gerät eine Temperaturwahl, prüfen Sie, ob sie versehentlich verstellt wurde. Wird das Wasser nur lauwarm, drehen Sie die Armatur etwas weniger auf: Wenn die Temperatur dann steigt, reicht die Leistung für diese Wassermenge einfach nicht. Das ist dann kein Defekt, sondern eine Leistungsgrenze. Bei einer Thermostatarmatur empfehlen Hersteller teils eine hohe Temperatureinstellung am Gerät. Die genaue Vorgabe steht in der Anleitung.
Was im Gerät kaputtgehen kann
Das sollten Sie nicht selbst prüfen, es hilft aber bei der Einordnung:
- Sicherheitstemperaturbegrenzer: Er schaltet bei Überhitzung ab. Je nach Gerät setzt er sich selbst zurück oder muss von einer Fachkraft zurückgesetzt werden. Löst er wiederholt aus, muss die Ursache geprüft werden.
- Heizsystem: Ein durchgebranntes Heizelement führt zu kaltem oder nur lauwarmem Wasser.
- Durchflusserfassung und Elektronik: Erkennt das Gerät den Wasserfluss nicht oder steuert die Leistung falsch, bleibt das Wasser kalt oder schwankt.
- Verkalkung: Bei härterem Wasser kann Kalk je nach Heizsystem Bauteile im Wasserweg belasten. Wie es um Ihr Wasser steht, erklärt Wasserhärte in Berlin.
So vermeiden Sie viele Ausfälle
- Perlatoren und Duschköpfe regelmäßig entkalken: So bleibt der Durchfluss hoch genug, damit das Gerät zuverlässig einschaltet.
- Nach einer Wasserunterbrechung die Anleitung beachten: Luft kann das Heizsystem beschädigen. Anleitungen etwa von Stiebel Eltron nennen deshalb diese Reihenfolge: erst die Sicherungen ausschalten, dann die angeschlossenen Warmwasserhähne mehrfach öffnen und schließen, bis Leitung und Gerät luftfrei sind, und erst danach den Strom wieder einschalten. Maßgeblich ist die Anleitung Ihres Modells.
- Auffälligkeiten ernst nehmen: Schwankende Temperaturen und häufige Aussetzer sind oft frühe Warnzeichen. Hier lohnt die Prüfung, bevor das Gerät ganz ausfällt.
- Vorsicht beim Testen: Fließt nach einer Störung plötzlich wieder warmes Wasser, kann es heißer sein als gewohnt. Prüfen Sie die Temperatur deshalb zuerst vorsichtig.
Sonderfall: Gas-Durchlauferhitzer und Therme
Dieser Beitrag behandelt elektrische Geräte. Wird Ihr Wasser mit Gas erwärmt, etwa in einer Therme oder einem älteren Gas-Durchlauferhitzer, gelten andere Regeln: Prüfungen am Gerät sind dann ausschließlich Fachbetrieben vorbehalten. Bei Gasgeruch befolgen Sie die Hinweise unter Gasgeruch – was tun?, zeigt das Gerät einen Code, hilft Heizung Störung weiter.
Reparieren oder tauschen?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Für eine Reparatur spricht ein jüngeres Gerät mit klar eingegrenztem Fehler und verfügbaren Ersatzteilen. Für einen Austausch sprechen ein hohes Alter, wiederkehrende Ausfälle, fehlende Ersatzteile oder der Wunsch nach einer genaueren Temperaturregelung.
Prüfen Sie beim Tausch auch diese Punkte:
- Passt die Leistung des neuen Geräts zur vorhandenen elektrischen Zuleitung?
- Reicht es für alle angeschlossenen Zapfstellen oder wäre ein anderes System sinnvoller? Der Vergleich Durchlauferhitzer oder Boiler hilft bei der Entscheidung.
- Wer übernimmt den Anschluss und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber? Installation und Reparatur gehören laut Herstelleranleitungen zum Fachhandwerk; Errichtung und Änderung der elektrischen Anlage sind eingetragenen Installationsunternehmen vorbehalten (§ 13 NAV). Erhöht ein neues Gerät die vorzuhaltende Leistung, ist das dem Netzbetreiber mitzuteilen (§ 19 NAV). Je nach Leistung und Technischen Anschlussbedingungen kann auch eine Zustimmung nötig sein.
Wie Prüfung, Reparatur und Austausch bei uns ablaufen, steht auf der Seite Durchlauferhitzer Berlin.
In der Mietwohnung
Gehört der Durchlauferhitzer zur Wohnung, ist in der Regel die Vermieterseite für die Instandsetzung zuständig. Melden Sie den Ausfall möglichst schriftlich und mit einer kurzen Beschreibung, was Sie geprüft haben. Beauftragen Sie möglichst nicht ohne Rücksprache selbst. Die Reinigung von Perlator und Duschkopf können Sie vorab aber schon erledigen.
Fazit
Vergleichen Sie zuerst die Zapfstellen, prüfen Sie den Durchfluss und die Sicherung. Das klärt viele Fälle ohne jeden Eingriff. Bleibt das Wasser kalt, löst die Sicherung erneut aus oder tritt Wasser aus, ist das Gerät ein Fall für Fachleute. Die Abdeckung bleibt in jedem Fall geschlossen.









