Sanitär Express Berlin
Monteur prüft die Anschlüsse eines wandhängenden Warmwasserspeichers in einem Berliner Technikraum
Ratgeber

Heizung & Energie

Heizstab Wärmepumpe: wozu er dient und wann er zu oft läuft

Der elektrische Heizstab ist in vielen Wärmepumpenanlagen eingebaut – für sehr kalte Tage, die Legionellenschaltung, die Estrichtrocknung oder den Notbetrieb. Läuft er zu oft, steigt der Stromverbrauch deutlich. So prüfen Sie, wie viel er arbeitet, und erkennen typische Fehleinstellungen.

15. Oktober 2026

Die Stromrechnung der Wärmepumpe fällt höher aus als erwartet, und im Menü taucht ein Eintrag wie „Zusatzheizung“ oder „elektrischer Zuheizer“ auf. Gemeint ist meist der Heizstab. Er hat in vielen Anlagen sinnvolle Aufgaben, sollte aber die Ausnahme bleiben. Hier lesen Sie, wozu er dient, warum er so viel Strom braucht, wie Sie seine Laufzeit prüfen und welche Einstellungen ihn unnötig oft einschalten.

Was der Heizstab in der Wärmepumpe ist

Der Heizstab ist ein elektrisches Heizelement, das Wasser direkt mit Strom erwärmt, ähnlich wie ein Tauchsieder. In Wärmepumpenanlagen sitzt er häufig in der Inneneinheit oder im Hydraulikmodul im Heizkreis. Manche Anlagen haben zusätzlich oder stattdessen eine Heizpatrone im Warmwasserspeicher. Viele Heizstäbe arbeiten in mehreren Leistungsstufen, die die Regelung nach Bedarf zuschaltet.

Wofür der Heizstab gedacht ist

  • Sehr kalte Tage: Unterhalb einer bestimmten Außentemperatur, dem Bivalenzpunkt, reicht die Leistung der Wärmepumpe allein nicht mehr aus. Dann unterstützt der Heizstab. Bei einer passend ausgelegten Anlage betrifft das nur wenige Stunden oder Tage im Jahr.
  • Thermische Desinfektion: Für die Legionellenschaltung wird das Warmwasser in Abständen auf eine höhere Temperatur gebracht, die die Wärmepumpe allein oft nicht effizient erreicht. Hintergründe im Ratgeber Legionellen und Warmwassertemperatur.
  • Estrichtrocknung: Im Neubau wird der Estrich mit einem festgelegten Temperaturprogramm getrocknet. Dabei arbeitet der Heizstab je nach Gerät mit, weil die Wärmepumpe in dieser Phase geschont werden soll.
  • Notbetrieb: Fällt die Wärmepumpe wegen einer Störung aus, kann der Heizstab das Haus und das Warmwasser übergangsweise warm halten.
  • Abtauen und Frostschutz: Bei manchen Geräten unterstützt er beim Abtauen oder schützt bei sehr niedrigen Temperaturen das Heizwasser. Was beim Abtauen normal ist, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe vereist.

Warum ein häufig laufender Heizstab teuer wird

Die Wärmepumpe nutzt Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und macht aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Der Heizstab kann das nicht. Er heizt direktelektrisch, aus einer Kilowattstunde Strom wird höchstens eine Kilowattstunde Wärme. Jede Stunde, in der er statt der Wärmepumpe arbeitet, verbraucht deshalb ein Mehrfaches an Strom für dieselbe Wärme.

Läuft der Heizstab nur an wenigen Tagen, fällt das kaum ins Gewicht. Springt er regelmäßig ein, steigt der Stromverbrauch deutlich, und die Jahresarbeitszahl sinkt. Wie Sie den Gesamtverbrauch Ihrer Anlage einordnen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Stromverbrauch.

So prüfen Sie, ob und wie oft der Heizstab läuft

Die meisten Geräte führen eine Statistik, die Sie in der Betreiberebene einsehen können. Je nach Hersteller heißen die Einträge unterschiedlich:

  • Betriebsstunden der Zusatzheizung: zeigen, wie lange der Heizstab insgesamt gelaufen ist, teils getrennt nach Heizung und Warmwasser.
  • Energiestatistik: Manche Geräte weisen den Strom oder die Wärme der elektrischen Zusatzheizung gesondert aus.
  • Schaltspiele oder Starts: zeigen, wie oft er zugeschaltet wurde.
  • Statusanzeige: Ein Symbol im Display oder in der App zeigt, ob er gerade aktiv ist.

Notieren Sie die Werte zum Monatsanfang und vergleichen Sie sie mit dem Wetter. Steigen die Stunden auch in milden Wochen, oder springt der Stromzähler der Wärmepumpe in einzelnen Monaten deutlich nach oben, ist das ein Hinweis auf eine Fehleinstellung. Steht in der Statistik nichts zum Heizstab, kann der Fachbetrieb, der die Anlage eingebaut hat, die Werte auslesen.

Hilfreich ist auch ein Blick auf die Tage mit Frost. Läuft der Heizstab vor allem dann, wenn es draußen deutlich unter null Grad ist, entspricht das oft der Planung. Läuft er dagegen jeden Abend nach einer Sperrzeit oder jedes Mal, wenn der Warmwasserspeicher geladen wird, steckt meist eine Einstellung dahinter, die sich ändern lässt.

Typische Fehleinstellungen

  • Bivalenzpunkt zu hoch: Der Heizstab wird schon bei Temperaturen freigegeben, bei denen die Wärmepumpe allein ausreichen würde.
  • Zu kurze Verzögerung: Die Regelung schaltet ihn zu, bevor die Wärmepumpe Zeit hatte, die Solltemperatur zu erreichen, etwa nach einer Nachtabsenkung oder einer Sperrzeit.
  • Warmwasser zu heiß eingestellt: Liegt die Solltemperatur über dem, was die Wärmepumpe allein schafft, heizt der Heizstab jede Ladung nach.
  • Legionellenschaltung zu oft: Ein Desinfektionsprogramm, das häufiger läuft als für Ihre Anlage vorgesehen, kostet unnötig Strom. Die Vorgaben hängen von Anlage und Nutzung ab und sollten mit dem Fachbetrieb geklärt werden.
  • Estrichprogramm noch aktiv: Nach der Bauphase wurde das Programm nicht beendet oder die Freigaben nicht zurückgesetzt.
  • Unbemerkter Notbetrieb: Die Wärmepumpe hat eine Störung, der Heizstab hält das Haus warm, und niemand bemerkt es, bis die Stromrechnung kommt.
  • Zu steile Heizkurve: Hohe Vorlauftemperaturen bringen die Wärmepumpe an ihre Grenze, sodass der Heizstab häufiger aushelfen muss.

Läuft der Heizstab trotz richtiger Einstellungen an vielen Tagen, kann die Wärmepumpe für das Gebäude zu klein ausgelegt sein oder das Heizsystem zu hohe Temperaturen verlangen. Das lässt sich nur mit Blick auf Heizlast und Heizflächen beurteilen.

Sicherheit: keine Arbeiten am Stromanschluss

Was Sie als Betreiber tun dürfen, beschreibt die Bedienungsanleitung: Werte ablesen, Statistiken einsehen und die Einstellungen ändern, die in der Betreiberebene freigegeben sind.

Wann ein Fachbetrieb helfen sollte

Wenn die Statistik viele Heizstabstunden zeigt und die Ursache nicht offensichtlich ist, sollte ein Fachbetrieb die Freigaben, den Bivalenzpunkt, die Warmwassereinstellungen und die Legionellenschaltung prüfen. Bei der Arbeit rund um die Wärmepumpe in Berlin schauen wir uns an, ob Auslegung und Einstellung zum Gebäude passen. Betrifft das Problem den Speicher, etwa eine defekte Heizpatrone oder Kalk im Speicher, ist das ein Thema für den Warmwasserspeicher. Meldet die Wärmepumpe eine Störung und läuft nur noch im Notbetrieb, hilft die Heizungsreparatur. Der elektrische Anschluss bleibt in jedem Fall Aufgabe einer Elektrofachkraft.

In der Mietwohnung

In Mietobjekten sind Einstellung und Reparatur der Wärmepumpe in der Regel Sache von Vermieter oder Hausverwaltung. Fällt Ihnen auf, dass die Anlage häufig im Notbetrieb läuft oder eine Störung anzeigt, melden Sie das mit Datum und angezeigter Meldung. Wie sich ein erhöhter Stromverbrauch auf die Abrechnung auswirkt, hängt vom Mietvertrag und der Abrechnungsart ab. Im Zweifel hilft eine Beratungsstelle weiter.

Häufige Fragen

Weitere Beiträge

Aus dem Beitrag wurde ein Anliegen?

Schreiben Sie uns per WhatsApp oder rufen Sie kurz an – eine ehrliche Ersteinschätzung kostet nichts.