Beim Badumbau oder beim Tausch des alten Badheizkörpers steht die Frage im Raum: Soll der neue Handtuchheizkörper an die Heizung angeschlossen werden, rein elektrisch laufen oder beides können? Jede Variante hat ihre Berechtigung. Dieser Beitrag hilft bei der Entscheidung und zeigt, was beim Anschluss zu beachten ist.
Drei Varianten im Überblick
| Variante | Wärmequelle | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Wassergeführt | Heizungswasser der Zentral- oder Etagenheizung | Hauptheizung im Bad während der Heizsaison |
| Rein elektrisch | Heizstab in werkseitig befülltem Heizkörper | Kein Heizungsanschluss vorhanden, Gäste-WC, Zusatzheizung |
| Mischbetrieb | Heizungswasser, zusätzlich Heizpatrone | Heizung im Winter, warme Handtücher auch im Sommer |
Wassergeführter Handtuchheizkörper
Der wassergeführte Handtuchheizkörper ist ein normaler Heizkörper, der an Vor- und Rücklauf der Heizung angeschlossen wird. Er nutzt die Wärme, die Ihre Heizung ohnehin erzeugt, und ist im Betrieb meist die günstigere Lösung.
- Vorteile: geringe laufende Kosten, keine eigene Stromleitung nötig, regelbar über ein normales Thermostatventil
- Nachteile: warm nur, wenn die Heizung läuft; im Sommer bleibt er meist kalt; Anschlussleitungen müssen an der richtigen Stelle liegen
Viele Heizungen schalten im Sommer auf reinen Warmwasserbetrieb. Was das genau bedeutet, erklärt der Ratgeber Heizung im Sommerbetrieb.
Rein elektrischer Handtuchheizkörper
Rein elektrische Modelle sind ab Werk mit einer Wärmeträgerflüssigkeit befüllt und verschlossen. Ein Heizstab erwärmt die Füllung. Sie brauchen keinen Anschluss an die Heizung und lassen sich daher auch dort einsetzen, wo keine Heizungsleitungen liegen.
- Vorteile: unabhängig von der Heizung, ganzjährig nutzbar, kein Eingriff in das Heizungsnetz
- Nachteile: höhere Betriebskosten, eigene elektrische Zuleitung im Bad nötig, als alleinige Heizung größerer Bäder oft knapp
Zu den Kosten: Eine Kilowattstunde Strom ist in der Regel deutlich teurer als eine Kilowattstunde Wärme aus der Zentralheizung. Ein Heizstab wandelt Strom zwar fast vollständig in Wärme um, wird er aber stundenlang betrieben, schlägt sich das auf der Stromrechnung nieder. Wie hoch die Kosten tatsächlich sind, hängt von Leistung, Laufzeit und Ihrem Stromtarif ab.
Mischbetrieb mit Heizpatrone
Im Mischbetrieb hängt der Handtuchheizkörper an der Heizung und hat zusätzlich eine elektrische Heizpatrone. In der Heizsaison übernimmt das Heizungswasser, im Sommer oder in der Übergangszeit die Patrone. Das ist für viele Bäder ein guter Kompromiss: niedrige Kosten im Winter, warme Handtücher auch an kühlen Sommertagen.
Wichtig ist die richtige Einbindung. Erwärmt die Patrone das Wasser im Heizkörper, dehnt es sich aus. Hersteller schreiben deshalb vor, dass der Heizkörper im elektrischen Betrieb nicht vollständig vom Heizungsnetz abgesperrt sein darf, meist bleibt die Rücklaufseite offen. Die Patrone sitzt in der Regel unten im Heizkörper, oft über ein T-Stück. Welche Ausführung zulässig ist, steht in der Anleitung von Heizkörper und Heizpatrone.
Im Alltag ist es sinnvoll, die Patrone nur dann einzuschalten, wenn die Heizung keine Wärme liefert. Laufen Heizungswasser und Patrone gleichzeitig, heizt der Strom unnötig mit. Viele Patronen haben deshalb einen eigenen Regler mit Zeitfunktion, sodass sie gezielt zu den Duschzeiten arbeiten.
Regelung, Timer und Komfortfunktionen
Ein wassergeführter Heizkörper wird über ein Thermostatventil geregelt, wie jeder andere Heizkörper. Passt der alte Kopf nicht mehr oder reagiert er nicht, hilft der Ratgeber Heizkörperthermostat wechseln. Bei elektrischen Heizstäben und Patronen gibt es unterschiedliche Ausstattungen:
- einfache Temperaturregler am Heizstab
- Timer- oder Boost-Funktion, die nach einer festen Zeit wieder abschaltet
- Wochenprogramme für die typischen Duschzeiten
- bei manchen Modellen Funk- oder App-Steuerung
Für die Betriebskosten ist eine Zeitsteuerung das wichtigste Ausstattungsmerkmal. Ein Heizstab, der nur morgens und abends für eine begrenzte Zeit läuft, verbraucht deutlich weniger als einer im Dauerbetrieb.
Größe und Leistung richtig wählen
Handtuchheizkörper sehen oft groß aus, geben aber wegen ihrer offenen Röhrenbauweise häufig weniger Wärme ab als ein Plattenheizkörper ähnlicher Abmessungen. Hängen Handtücher darüber, sinkt die Abgabe in den Raum weiter. Dazu kommt, dass Bäder meist wärmer sein sollen als Wohnräume. Läuft die Heizung mit niedriger Vorlauftemperatur, etwa mit einer Wärmepumpe, liefert ein wassergeführter Heizkörper zusätzlich weniger als seine Normleistung. Wie Sie die nötige Leistung abschätzen, erklärt der Ratgeber Heizkörper-Größe berechnen.
Bei rein elektrischen Modellen und Heizpatronen ist die Leistung des Heizstabs fest vorgegeben. Sie sollte zur Größe des Heizkörpers passen, die Hersteller nennen dafür zulässige Kombinationen. Eine stärkere Patrone als vorgesehen bringt keinen Vorteil.
Bauform, Material und Anschlussposition
- Material: Üblich sind lackierter Stahl, Edelstahl oder verchromte Oberflächen. Im feuchten Bad sollte die Oberfläche dafür ausgelegt sein.
- Anschlussposition: Handtuchheizkörper werden unten seitlich oder in der Mitte angeschlossen. Der Abstand der Anschlüsse muss zu den vorhandenen Heizungsleitungen passen, sonst sind Anpassungen nötig.
- Platz für die Patrone: Für den Mischbetrieb braucht es unten am Heizkörper Raum für Patrone und Kabelführung. Das sollte schon bei der Planung von Höhe und Position bedacht werden.
- Handtuchablage: Lücken zwischen den Röhren erleichtern das Aufhängen. Wie viele Handtücher Platz finden sollen, beeinflusst die Wahl der Breite.
Anschluss und Montage: wer was übernimmt
Elektrischer Anschluss
Im Bad gelten für elektrische Geräte besondere Anforderungen. DIN VDE 0100-701 legt Schutzbereiche um Badewanne und Dusche fest, in denen nur bestimmte Geräte und Anschlussarten zulässig sind. Zudem muss der Stromkreis passend abgesichert sein. Den elektrischen Anschluss eines Handtuchheizkörpers oder einer Heizpatrone übernimmt daher ausschließlich eine Elektrofachkraft. Sie prüft auch, ob ein Steckeranschluss genügt oder ein Festanschluss nötig ist.
Wassergeführter Anschluss
Der Anschluss an die Heizungsleitungen ist Sache eines Heizungsfachbetriebs. Dazu gehören:
- Anschlussgarnitur mit Thermostatventil und absperrbarer Rücklaufverschraubung
- hydraulische Einbindung, damit der Heizkörper genug Heizwasser bekommt
- Befüllen, Druck prüfen und entlüften
- sichere Wandbefestigung, die auch das Gewicht nasser Handtücher trägt
Passen die vorhandenen Anschlüsse nicht zum Abstand des neuen Heizkörpers, müssen Leitungen angepasst werden. Welche Bauformen es außer Handtuchheizkörpern gibt, zeigt der Ratgeber Heizkörper-Typen.
Wann ein Fachbetrieb helfen sollte
Soll ein vorhandener Badheizkörper durch einen Handtuchheizkörper ersetzt werden, übernehmen wir das beim Heizkörper-Austausch einschließlich der Anpassung der Heizungsleitungen. Wird das Bad ohnehin erneuert, lässt sich bei der Badsanierung die Position der Anschlüsse von Anfang an passend planen. Für den elektrischen Anschluss ist eine Elektrofachkraft zuständig. In der Mietwohnung sprechen Sie den Wunsch nach einem anderen Heizkörper vorher mit dem Vermieter ab.























































































































