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Hand dreht am Bedienknopf einer weißen wandhängenden Therme, das Display zeigt ein Sonnen- und ein Wasserhahnsymbol, dahinter Warmwasserspeicher und Leitungen
Ratgeber

Heizung & Energie

Heizung im Sommerbetrieb – was er bedeutet und worauf es ankommt

Im Sommerbetrieb heizt die Heizung nicht, bereitet aber weiter Warmwasser. Warum das meist sinnvoller ist als Ausschalten, wann Sie umstellen und worauf Sie im Herbst achten sollten.

30. September 2026

Wenn die Tage warm werden, stellt sich jedes Jahr dieselbe Frage: Heizung ausschalten oder auf Sommerbetrieb stellen? Im Sommerbetrieb heizt die Anlage keine Räume mehr, bereitet aber weiterhin warmes Wasser für Bad und Küche. Für viele Wohnungen mit Kombitherme oder Etagenheizung ist das die sinnvollste Einstellung für die warmen Monate. In Mehrfamilienhäusern mit Zentralheizung übernimmt die Umstellung dagegen meist die Anlage selbst oder die Hausverwaltung. Dieser Ratgeber erklärt, was der Sommerbetrieb bewirkt, wie Sie ihn richtig nutzen und worauf es beim Wechsel zurück in den Heizbetrieb ankommt.

Was bedeutet Sommerbetrieb?

Die meisten Heizgeräte kennen mindestens zwei Betriebsarten:

  • Winterbetrieb oder Heizbetrieb: Die Anlage heizt die Räume und bereitet Warmwasser.
  • Sommerbetrieb: Die Heizfunktion ist abgeschaltet. Die Anlage springt nur noch an, wenn Warmwasser gebraucht wird – bei einer Kombitherme etwa, sobald Sie einen Warmwasserhahn öffnen, bei einer Anlage mit Speicher, wenn der Speicher nachgeheizt werden muss.

Viele Geräte behalten im Sommerbetrieb zusätzlich Schutzfunktionen bei. Dazu gehören ein Frostschutz, der bei sehr niedrigen Temperaturen anspringt, und ein Pumpenschutz, bei dem die Pumpe in größeren Abständen kurz anläuft, damit sie nicht festsitzt. Welche Funktionen Ihr Gerät hat, steht in der Bedienungsanleitung.

Sommerbetrieb oder komplett ausschalten?

Ganz ausgeschaltet heizt die Anlage nicht und bereitet auch kein Warmwasser. Das kann sinnvoll sein, wenn das Warmwasser ohnehin getrennt erzeugt wird – etwa mit einem Durchlauferhitzer – und die Heizung nur für die Räume zuständig ist. Auch dann gilt: Frost- und Pumpenschutz sind bei ausgeschaltetem Gerät je nach Modell nicht aktiv.

Läuft das Warmwasser über die Heizung, ist komplettes Ausschalten meist keine gute Idee. Ohne Warmwasserbereitung steht das Wasser in Leitungen und Speicher über längere Zeit bei ungünstigen Temperaturen. Das kann aus hygienischer Sicht problematisch sein, weil sich Legionellen in lauwarmem, stehendem Wasser vermehren können. Hintergründe dazu erklärt der Ratgeber Legionellen im Warmwasser. Wer länger verreist, sollte sich deshalb vorher beraten lassen, wie die eigene Anlage in dieser Zeit am besten betrieben wird.

So stellen Sie den Sommerbetrieb ein

Kombitherme oder Etagenheizung in der Wohnung

Bei einer Gastherme oder Etagenheizung erfolgt die Umstellung in der Regel über eine Taste, einen Drehschalter oder ein Menü am Bedienfeld. Häufig sind die Betriebsarten mit einem Symbol für Heizkörper und einem für den Wasserhahn gekennzeichnet. Nutzen Sie ausschließlich die vom Hersteller vorgesehene Bedienung, wie sie in der Anleitung beschrieben ist. Öffnen Sie keine Verkleidung und verändern Sie keine Einstellungen, die hinter Abdeckungen liegen. Wie eine Gastherme grundsätzlich aufgebaut ist, beschreibt der Ratgeber Was ist eine Gastherme?.

Einige Anlagen haben zusätzlich einen Raumregler oder eine witterungsgeführte Regelung. Dort lässt sich der Sommerbetrieb oft auch automatisch über die Außentemperatur einstellen.

Finden Sie die Einstellung nicht oder ist die Anleitung nicht mehr vorhanden, fragen Sie beim nächsten Wartungstermin nach. Der Fachbetrieb kann Ihnen zeigen, wo die Betriebsart gewählt wird und welche Anzeigen im Sommerbetrieb normal sind. Probieren Sie nicht auf Verdacht verschiedene Tastenkombinationen aus – manche Geräte haben Service-Menüs, in denen Einstellungen verändert werden können, die nur für Fachleute gedacht sind.

Etagenheizung ohne eigene Warmwasserbereitung

Wird das Warmwasser in Ihrer Wohnung getrennt erzeugt, etwa über einen elektrischen Durchlauferhitzer oder einen Speicher, hat die Heizung im Sommer keine Aufgabe. Ob sie dann in den Sommerbetrieb geht, auf Standby bleibt oder abgeschaltet werden kann, hängt vom Gerät ab.

Zentralheizung im Mehrfamilienhaus

In vielen Berliner Mehrfamilienhäusern regelt eine zentrale Anlage im Keller Heizung und Warmwasser für alle Wohnungen. Dort gibt es meist eine automatische Sommerabschaltung: Liegt die Außentemperatur über einer eingestellten Heizgrenze, schaltet die Heizfunktion ab, das Warmwasser läuft weiter. Die Einstellung legt die Hausverwaltung bzw. der beauftragte Fachbetrieb fest. Als Bewohner müssen Sie in diesem Fall nichts umstellen – und sollten am Heizgerät im Keller auch nichts verändern.

Wann umstellen?

Einen festen Termin gibt es nicht. Entscheidend ist das Wetter. In der Übergangszeit im Frühjahr kann es nach einigen warmen Tagen noch einmal kalt werden. Viele warten deshalb, bis sich das Wetter stabilisiert hat, und stellen dann um. Im Herbst gilt das Gleiche umgekehrt. Heizt Ihre Anlage witterungsgeführt, übernimmt die Regelung einen Teil dieser Entscheidung. Hintergründe zur Heizkurve finden Sie im Ratgeber Vorlauftemperatur einstellen.

Tipps für die heizfreie Zeit

  • Thermostate aufdrehen: Es wird häufig empfohlen, die Thermostatköpfe im Sommer auf die höchste Stufe zu stellen. Dann steht der Ventilstift nicht über Monate eingedrückt und kann sich weniger leicht festsetzen. Da die Heizfunktion aus ist, wird dadurch nicht geheizt.
  • Wartung einplanen: Der Sommer ist eine gute Zeit für die Heizungswartung. Termine sind oft leichter zu bekommen, und eventuelle Mängel lassen sich vor der Heizsaison beheben. Wie häufig eine Wartung sinnvoll ist, steht im Ratgeber Wie oft ist eine Heizungswartung notwendig?.
  • Gerät nicht vom Strom trennen, wenn es Warmwasser bereitet oder Schutzfunktionen hat.
  • Keine Gegenstände vor oder an die Therme stellen, auch wenn sie im Sommer seltener läuft.

Zurück in den Heizbetrieb im Herbst

Wenn die Heizung nach Monaten wieder heizen soll, lohnt ein kurzer Check:

  1. Betriebsart umstellen – wieder über die vorgesehene Bedienung am Bedienfeld.
  2. Anlagendruck ablesen, sofern Ihre Anlage ein Manometer hat. Ein zu niedriger Druck ist nach der Sommerpause nicht ungewöhnlich.
  3. Heizkörper prüfen: Werden alle warm? Gluckert es? Dann kann Entlüften helfen. Bleibt ein Heizkörper trotz aufgedrehtem Thermostat kalt, klemmt oft der Ventilstift – mehr dazu im Ratgeber Heizkörper wird nicht warm.
  4. Auf Geräusche und Störmeldungen achten. Springt die Heizung nicht an oder meldet sie eine Störung, sollte ein Fachbetrieb prüfen.

Wann der Fachbetrieb ran sollte

Ein Fachbetrieb sollte die Anlage prüfen, wenn sich die Betriebsart nicht umstellen lässt, wenn im Sommerbetrieb kein Warmwasser mehr kommt, wenn das Gerät auffällig oft an- und ausgeht oder wenn die Heizung im Herbst nicht anspringt. Eine Wartung der Gastherme im Sommer beugt vielen dieser Probleme vor. Tritt nach der Umstellung ein Defekt auf, hilft unsere Heizungsreparatur in Berlin.

In der Mietwohnung und im Mehrfamilienhaus

Mit einer eigenen Therme in der Wohnung dürfen Sie die Betriebsart über das Bedienfeld in der Regel selbst wählen. Eingriffe am Gerät selbst sind dagegen Sache des Vermieters und des beauftragten Fachbetriebs. Bei einer Zentralheizung legt die Hausverwaltung fest, ab welcher Außentemperatur die Heizung abschaltet. Ist es in der Wohnung dauerhaft zu kalt oder zu warm, sprechen Sie die Hausverwaltung an. Welche Temperaturen und Heizzeiten geschuldet sind, hängt vom Mietvertrag und vom Einzelfall ab.

Fazit

Die Heizung im Sommerbetrieb heizt keine Räume, liefert aber weiter Warmwasser und behält bei vielen Geräten ihre Schutzfunktionen. Läuft das Warmwasser über die Heizung, ist das meist besser als komplett auszuschalten. Umgestellt wird nur über die vorgesehene Bedienung, im Mehrfamilienhaus meist automatisch. Nutzen Sie den Sommer für die Wartung und prüfen Sie im Herbst Druck und Heizkörper, bevor die Heizsaison beginnt.

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