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Verschiedene Heizkörper an einer hellen Wand – schwarzer Röhrenradiator, weißer Handtuchheizkörper, Plattenheizkörper, flacher Niedrigheizkörper und senkrechter Flachheizkörper –, davor ein Techniker in dunkelblauer Arbeitskleidung
Ratgeber

Heizung & Energie

Heizkörpertypen: 10, 11, 21, 22, 33

Typ 22, Typ 33, Ventilheizkörper oder Gliederheizkörper – die Bezeichnungen sagen viel über Aufbau und Leistung. Was hinter den Zahlen steckt, welche Bauarten es gibt und wie Sie beim Austausch die richtige Größe finden.

9. Oktober 2026

Wer einen Heizkörper austauschen will oder ein Datenblatt liest, stößt auf Bezeichnungen wie Typ 11, Typ 22 oder Typ 33. Dahinter steckt ein einfaches System, das viel über Aufbau und Leistung verrät. Dieser Ratgeber erklärt die gängigen Plattenheizkörper, die anderen Bauarten und worauf es beim Austausch ankommt.

Was die Typenbezeichnung bedeutet

Bei Plattenheizkörpern, auch Flachheizkörper oder Kompaktheizkörper genannt, besteht die Typenbezeichnung aus zwei Ziffern:

  • Erste Ziffer: Anzahl der wasserführenden Heizplatten.
  • Zweite Ziffer: Anzahl der Konvektorbleche. Das sind die gefalteten Lamellen hinter oder zwischen den Platten, die die Wärmeabgabe an die Luft verstärken.
TypPlattenKonvektorbleche
1010
1111
2020
2121
2222
3030
3333

Je mehr Platten und Konvektorbleche, desto mehr Wärme gibt der Heizkörper bei gleicher Höhe und Länge ab – und desto tiefer baut er. Die genaue Leistung und Bautiefe hängen vom Hersteller und der Baureihe ab und stehen im Datenblatt.

Strahlungswärme und Konvektion

Ein Heizkörper gibt Wärme auf zwei Wegen ab: als Strahlung über die Oberfläche und als Konvektion, indem er die Luft erwärmt, die nach oben steigt. Heizkörper ohne Konvektorbleche wie Typ 10, 20 oder 30 geben einen größeren Anteil als Strahlung ab. Mit jedem Konvektorblech steigt der Anteil der Konvektion.

  • Mehr Strahlung: wird oft als angenehm empfunden und wirbelt weniger Staub auf. Heizkörper ohne Konvektorbleche lassen sich zudem leichter reinigen. Deshalb werden sie auch als Hygieneausführung angeboten, etwa für Praxen.
  • Mehr Konvektion: mehr Leistung auf kleinem Raum, der Raum wird schneller warm.

Kompakt- oder Ventilheizkörper

  • Kompaktheizkörper: Der Anschluss liegt seitlich, das Thermostatventil sitzt außen am Heizkörper. Häufig im Bestand.
  • Ventilheizkörper: Das Ventil ist eingebaut, der Anschluss kommt von unten – meist rechts, bei manchen Modellen mittig. Die Rohre lassen sich unauffälliger führen.

Beim Austausch zählt, dass Anschlussart und Anschlussmaße zur vorhandenen Verrohrung passen. Sonst müssen Leitungen angepasst werden. Was beim Wechsel von Thermostat und Ventil zu beachten ist, erklärt der Ratgeber Heizungsventil tauschen.

Weitere Bauarten

Gliederheizkörper

Aus einzelnen Gliedern zusammengesetzte Heizkörper aus Guss oder Stahl. In Berliner Altbauten sind sie häufig noch zu finden. Sie haben viel Masse und Fläche, reagieren träger und lassen sich durch zusätzliche Glieder verlängern.

Röhrenradiatoren

Senkrecht oder waagerecht angeordnete Röhren, oft als Designheizkörper. Sie geben viel Wärme über Strahlung ab und sind leicht zu reinigen.

Badheizkörper

Handtuchheizkörper mit waagerechten Rohren, an denen Handtücher trocknen können. Ihre Leistung ist im Verhältnis zur Größe oft geringer als die eines Plattenheizkörpers. Für ein warmes Bad reicht ein schmaler Handtuchheizkörper allein deshalb nicht immer.

Konvektoren

Heizkörper, die fast ausschließlich über Konvektion arbeiten, zum Beispiel als Unterflurkonvektor vor bodentiefen Fenstern.

So finden Sie den passenden Heizkörper

  • Wärmebedarf des Raums: Wie viel Wärme braucht der Raum an kalten Tagen? Das hängt von Größe, Außenwänden, Fenstern und Dämmung ab.
  • Vorlauftemperatur der Anlage: Die Normleistung nach DIN EN 442 gilt für 75/65/20 °C. Bei niedrigeren Temperaturen gibt ein Heizkörper deutlich weniger Wärme ab. Das ist besonders bei Wärmepumpen wichtig – mehr dazu im Ratgeber Heizkörper für die Wärmepumpe.
  • Platz: Länge, Höhe und Bautiefe, Abstand zu Fensterbank, Boden und Möbeln.
  • Anschluss: seitlich oder von unten, Abstand der Anschlüsse.

Beim Austausch beachten

Ein neuer Heizkörper sollte nicht einfach die Maße des alten übernehmen. Häufig lohnt es sich, den Bedarf neu zu betrachten – etwa wenn inzwischen neue Fenster eingebaut wurden oder die Heizung künftig mit niedrigerer Temperatur arbeiten soll. Nach dem Tausch passen die Voreinstellungen der Ventile oft nicht mehr; ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die passende Wassermenge erhält. Wie ein Austausch abläuft, steht auf unserer Seite Heizkörper austauschen.

Wird ein Heizkörper nicht richtig warm, liegt es nicht immer am Typ oder an der Größe. Häufig stecken Luft, ein klemmendes Ventil oder eine ungleiche Verteilung dahinter – siehe Heizkörper wird nicht warm.

Fazit

Die Typenbezeichnung eines Plattenheizkörpers nennt die Zahl der Platten und Konvektorbleche: Typ 22 hat zwei Platten und zwei Konvektorbleche. Mehr Platten und Bleche bedeuten mehr Leistung bei gleicher Größe, aber auch mehr Bautiefe. Beim Austausch zählen der Wärmebedarf des Raums, die Vorlauftemperatur der Anlage, der verfügbare Platz und die Anschlussart.

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