Mit einem verstopften Fallrohr ist meist das Regenfallrohr gemeint, das Wasser von der Dachrinne nach unten führt. Typische Zeichen sind eine überlaufende Dachrinne und Wasser, das an der Fassade herunterläuft. Die Ursache ist fast immer Laub, Moos oder Schmutz vom Dach – gerade im Herbst und nach Unwettern. Seltener betrifft eine Verstopfung das Abwasser-Fallrohr im Haus, an dem Bad und Küche hängen. Hier erfahren Sie, wie Sie beides unterscheiden, was Sie gefahrlos selbst tun können und wann Fachleute gefragt sind.
Regenfallrohr oder Abwasser-Fallrohr?
Beide heißen Fallrohr, haben aber nichts miteinander zu tun. Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung:
| Anzeichen | Spricht für |
|---|---|
| Dachrinne läuft bei Regen über | Regenfallrohr oder Rinne |
| Wasser rinnt an Fassade oder Sockel herab | Regenfallrohr |
| Mehrere Abläufe im Bad laufen schlecht ab | Abwasser-Fallrohr |
| Abwasser kommt im Erdgeschoss hoch | Abwasser-Fallrohr |
Die folgenden Abschnitte behandeln zuerst das Regenfallrohr. Was beim Abwasserstrang im Haus zu tun ist, steht weiter unten.
Woran Sie ein verstopftes Regenfallrohr erkennen
- Die Dachrinne läuft über: Bei Regen schwappt Wasser über den Rinnenrand, meist in der Nähe des Ablaufs.
- Das Rohr bleibt trocken: Unten am Fallrohr kommt bei Regen kaum etwas an, obwohl es oben in der Rinne steht.
- Nasse Stellen an der Fassade: Dunkle Streifen am Putz, feuchte Sockel oder Pfützen direkt an der Hauswand.
- Wasser tritt an Rohrverbindungen aus: Staut sich das Wasser im Rohr, drückt es an Muffen und Übergängen heraus.
- Pflanzen in der Rinne: Wo Moos oder kleine Pflanzen wachsen, liegt schon länger Schmutz.
Typische Ursachen
In den meisten Fällen ist es eine Mischung aus Laub, Nadeln und Moos, die sich im Ablaufstutzen der Rinne oder im ersten Rohrbogen sammelt. Feiner Schmutz vom Dach, etwa abgewaschenes Granulat oder Staub, verdichtet das Ganze zu einem festen Pfropfen. Daneben kommen vor:
- Vogelnester, Bälle oder andere Fremdkörper im Rohr,
- ein voller Laubfang oder Fallrohrfilter, der nicht mehr durchlässt,
- Eis im Winter, wenn Schmelzwasser im Rohr wieder gefriert,
- verschobene oder eingedrückte Rohrabschnitte nach Sturm oder Anprall,
- eine Verstopfung tiefer in der Grundleitung, in die das Rohr unten mündet.
Der Herbst ist die Hauptsaison, weil dann viel Laub fällt. Kurz nach einem Starkregen zeigt sich das Problem aber am deutlichsten, denn dann muss das Rohr in kurzer Zeit sehr viel Wasser abführen.
Was Sie selbst tun können – und was nicht
Viele Regenfallrohre haben unten ein Standrohr mit Reinigungsöffnung oder einen eingebauten Laubfang. Dort lässt sich angesammeltes Laub vom Boden aus entfernen:
- Klappe oder Deckel der Reinigungsöffnung öffnen, wie vom Hersteller vorgesehen – aber nur, wenn kein Wasser im Rohr steht. Ist es bis oben voll, kann es beim Öffnen schwallartig austreten; dann besser Fachleute rufen.
- Laub und Schlamm mit Handschuhen herausnehmen, nicht tiefer ins Rohr drücken.
- Sieb von Fallrohrfilter oder Regensammler reinigen und wieder einsetzen.
- Bei nächstem Regen kontrollieren, ob das Wasser unten wieder frei ankommt.
Vorsicht auch mit Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger von unten: Damit lässt sich ein Pfropfen eher weiter ins Rohr oder in die Grundleitung schieben, statt ihn zu lösen.
Wenn das Wasser unten nicht abläuft: Grundleitung und Rückstau
Steht das Wasser im Standrohr bis oben, obwohl Rinne und Fallrohr frei sind, liegt die Ursache tiefer. Das Rohr mündet unten meist in eine Grundleitung, die das Regenwasser zum Kanal oder zu einer Versickerung führt. In Teilen der Berliner Innenstadt fließen Regen- und Schmutzwasser dabei in einen gemeinsamen Kanal. Ist diese Leitung verstopft oder beschädigt, etwa durch Ablagerungen, einen Versatz oder Wurzeln, hilft nur eine mechanische Rohrreinigung. Ob es unten hakt, zeigt oft ein einfacher Test: Gießen Sie bei geöffneter Reinigungsöffnung einen Eimer Wasser hinein. Läuft es zügig ab, sitzt die Verstopfung weiter oben; steigt es an, liegt sie in der Leitung darunter. Bei wiederkehrenden Problemen zeigt eine Kamerainspektion, was im Rohr los ist. Wie Wurzeln in Leitungen gelangen, erklärt der Ratgeber Wurzeln im Abwasserrohr.
Bei Starkregen kann zudem der öffentliche Kanal so voll laufen, dass Wasser über die Hausleitungen zurückdrückt. Das ist kein verstopftes Fallrohr, sondern Rückstau. Was dann im Keller passiert und wie man sich schützt, steht unter Wasser im Keller nach Starkregen.
Vorbeugen: Dachrinne und Fallrohr durch den Herbst bringen
- Dachrinnen nach dem Laubfall reinigen lassen, bei vielen Bäumen in der Nähe auch zusätzlich im Frühjahr.
- Laubfang, Fallrohrfilter und Reinigungsöffnung regelmäßig vom Boden aus leeren.
- Laubschutzgitter oder Rinnenschutz können helfen, ersetzen die Kontrolle aber nicht.
- Überhängende Äste zurückschneiden lassen, damit weniger Laub in die Rinne fällt.
- Nach Sturm oder Unwetter vom Boden aus prüfen, ob Rinne und Rohr intakt sind.
In Berliner Hinterhöfen stehen oft große Bäume dicht an den Seitenflügeln. Dort füllen sich Rinnen und Fallrohre im Herbst besonders schnell, und eine einzige Reinigung im Jahr reicht dann manchmal nicht aus. Ein kurzer Blick nach dem ersten kräftigen Regen im November zeigt, ob noch alles abläuft.
Wer kümmert sich darum?
Dachrinne und Regenfallrohr gehören zum Gebäude. Im Mehrfamilienhaus kümmern sich in der Regel Eigentümer oder Hausverwaltung um die Dachentwässerung, in der Eigentümergemeinschaft meist über die Verwaltung. Als Mieter melden Sie eine überlaufende Rinne oder Feuchte an der Fassade am besten schriftlich und mit Foto. Wer welche Kosten trägt, hängt vom Einzelfall und von den Vereinbarungen ab.
Wenn das Abwasser-Fallrohr im Haus verstopft ist
Das Abwasser-Fallrohr ist der senkrechte Strang, an dem Bad und Küche der übereinander liegenden Wohnungen hängen. Verstopft er, laufen mehrere Abläufe gleichzeitig schlecht ab, es gluckert beim Spülen der Nachbarn, oder in den unteren Etagen kommt Abwasser hoch. Liegt das Problem nur an einem Becken, finden Sie die passenden Schritte im Ratgeber Abfluss verstopft – was tun?. Was einzelne Geräusche verraten, steht unter Abfluss gluckert.
Bei einer Verstopfung im Strang gilt:
- Kein Wasser mehr ablaufen lassen, nicht spülen, keine Maschine starten.
- Hausverwaltung oder Vermieter sofort informieren, außerhalb der Bürozeiten über die Notfallnummer.
- Nachbarn am selben Strang Bescheid geben.
- Keinen chemischen Abflussreiniger in den Strang kippen und keine Spirale vom eigenen Becken aus hineinschieben.
Ein Fachbetrieb reinigt den Strang über eine Reinigungsöffnung im Keller oder am Fallrohr, meist mit Spirale oder Hochdruckspülung. Ist akut gar kein Abfluss mehr möglich, finden Sie Hilfe unter Abfluss verstopft in Berlin. In der Mietwohnung ist die Hausverwaltung der erste Ansprechpartner; eine allgemeine Einordnung der Kostenfrage gibt der Ratgeber Abfluss verstopft – wer zahlt?









