Der Abfluss im Keller ist schon wieder verstopft, obwohl er erst vor einigen Monaten gereinigt wurde. Im ganzen Haus läuft das Wasser langsam ab, und in den Abläufen gluckert es. Wenn dann noch Bäume oder große Sträucher in der Nähe der Grundleitung stehen, liegt ein Verdacht nahe: Wurzeln sind in das Abwasserrohr eingewachsen. Dieser Ratgeber erklärt, wie das passiert, woran Sie es erkennen und warum Entfernen allein oft keine dauerhafte Lösung ist.
Wie Wurzeln in die Leitung gelangen
Wurzeln wachsen dorthin, wo sie Feuchtigkeit und Nährstoffe finden. Eine Abwasserleitung bietet beides. Ist die Leitung intakt, kommen Wurzeln nicht hinein. Gibt es aber eine undichte Muffe, einen Riss oder einen Versatz, dringen feine Wurzeln ein und wachsen im Rohr zu dichten Geflechten heran. Daran bleiben Papier, Fett und andere Stoffe hängen – bis das Rohr verstopft.
Besonders betroffen sind ältere, erdverlegte Grundleitungen, bei denen die Verbindungen zwischen den Rohrstücken mit der Zeit nachgeben.
Typische Anzeichen
- Wiederkehrende Verstopfungen trotz Reinigung, oft an derselben Stelle
- Wasser läuft im ganzen Haus langsam ab
- Gluckern in mehreren Abläufen – siehe Abfluss gluckert
- Rückstau oder Wasser an tiefliegenden Abläufen im Keller
- Geruch im Keller oder aus Schächten
- Bäume oder große Sträucher in der Nähe der Leitungstrasse
Diese Anzeichen können auch andere Ursachen haben. Steht Wasser im Keller, sollten Sie auch an Rückstau denken – siehe Wasser im Keller bei Starkregen.
Gewissheit bringt nur die Kamera
Ob wirklich Wurzeln die Ursache sind, wo sie eingewachsen sind und wie die Leitung an dieser Stelle aussieht, zeigt eine Kamerauntersuchung. Dabei wird eine Kamera durch die Leitung geführt und der Zustand dokumentiert. Der Befund ist die Grundlage für jede weitere Entscheidung. Mehr dazu auf unserer Seite Kanalinspektion Berlin.
Was hilft – kurzfristig und dauerhaft
Kurzfristig: Wurzeln entfernen
Mit geeigneter Technik lassen sich Wurzeln aus der Leitung entfernen und der Abfluss wiederherstellen. Das ist bei einer akuten Verstopfung oft der erste Schritt. Die undichte Stelle bleibt dabei aber bestehen, und Wurzeln wachsen in der Regel nach.
Dauerhaft: die beschädigte Stelle instand setzen
Dauerhaft hilft nur, die undichte Stelle der Leitung zu beseitigen. Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt vom Kamerabefund ab: Lage, Ausmaß, Material und Zustand der Leitung. Wie wir dabei vorgehen, beschreibt unsere Seite Grundleitung Sanierung.
Wer zuständig ist
Für die Entwässerungsleitungen auf dem Grundstück ist in der Regel der Eigentümer zuständig. Im Mietverhältnis sind Vermieter oder Hausverwaltung die Ansprechpartner. Für den öffentlichen Kanal ist in Berlin der Entsorgungsträger zuständig. Wo genau die Grenze verläuft, lässt sich im Einzelfall klären.
Fazit
Wiederkehrende Verstopfungen trotz Reinigung, langsamer Abfluss im ganzen Haus und Gluckern sind typische Hinweise auf Wurzeln in der Grundleitung. Gewissheit bringt eine Kamerauntersuchung. Wurzeln zu entfernen hilft kurzfristig – dauerhaft nur, wenn die undichte Stelle der Leitung instand gesetzt wird.

































































