Beim Entlüften kommt schwarzes Wasser aus dem Heizkörper, die Pumpe ist nach wenigen Jahren blockiert, oder die Heizkörper bleiben unten kalt: Das sind typische Anzeichen für Magnetit im Heizungswasser. Ein Magnetitabscheider holt diese Partikel mit einem Magneten aus dem Kreislauf. Hier lesen Sie, wie er funktioniert, wann er sinnvoll ist und wo seine Grenzen liegen.
Was Magnetit ist und woher es kommt
Magnetit ist ein schwarzes Eisenoxid. Es entsteht, wenn Stahlteile der Heizungsanlage im Wasser korrodieren – Rohre, Stahlheizkörper, Kessel oder Verbindungsstücke. Treiber ist vor allem Sauerstoff, der in das eigentlich geschlossene System gelangt:
- durch häufiges Nachfüllen mit frischem Wasser – siehe Heizung Wasser nachfüllen
- über kleine Undichtigkeiten oder ein defektes Ausdehnungsgefäß
- über ältere Kunststoffrohre von Fußbodenheizungen, die nicht sauerstoffdicht sind
Die Partikel sind sehr fein, zirkulieren mit dem Wasser und setzen sich dort ab, wo es ruhig fließt: unten im Heizkörper, in Ventilen oder im Wärmetauscher.
Warum Magnetit der Anlage schadet
- Pumpen: Moderne Hocheffizienzpumpen haben einen Läufer mit Permanentmagneten. Magnetit wird davon angezogen, lagert sich im Spalt ab und kann die Pumpe bremsen oder blockieren.
- Wärmetauscher: Plattenwärmetauscher in Thermen und Wärmepumpen haben enge Kanäle. Ablagerungen verschlechtern die Wärmeübertragung und können zu Geräuschen und Störungen führen.
- Ventile: Partikel setzen sich an Ventilsitzen fest. Ein Grund, warum Ventile schwergängig werden – siehe Heizkörperventil klemmt.
- Heizkörper: Schlamm sammelt sich unten. Der Heizkörper wird oben warm und bleibt unten kalt.
So funktioniert ein Magnetitabscheider
Der Abscheider ist ein Gehäuse, durch das das Heizungswasser fließt. In der Mitte steckt ein starker Magnet, meist in einer Hülse. Die Strömung wird im Gehäuse verlangsamt, die magnetischen Partikel bleiben an der Hülse hängen. Zum Reinigen wird der Abscheider abgesperrt, der Magnet herausgezogen, und der gesammelte Schlamm fällt ab und wird über einen Ablasshahn ausgespült. Viele Modelle kombinieren den Magneten mit einem Sieb oder einer Kammer, in der sich auch nicht magnetischer Schmutz absetzt.
Abscheider, Schmutzfänger und Co. im Vergleich
| Bauteil | Was es abfängt |
|---|---|
| Schmutzfänger | Gröbere Teile über ein Sieb |
| Schlammabscheider | Schwere Partikel, die sich bei ruhiger Strömung absetzen |
| Magnetitabscheider | Feine magnetische Partikel über einen Magneten |
| Kombigerät | Magnetische und nicht magnetische Partikel |
| Mikroblasenabscheider | Luft im Wasser, keinen Schmutz |
Wann ein Magnetitabscheider sinnvoll ist
- Ein neuer Wärmeerzeuger – Gas-Brennwertgerät oder Wärmepumpe – wird an ein älteres Rohrnetz mit Stahlheizkörpern angeschlossen.
- Die Heizungspumpe ist schon einmal durch Ablagerungen ausgefallen.
- Beim Entlüften kommt regelmäßig schwarzes Wasser.
- Nach einer Spülung soll die Anlage dauerhaft sauber bleiben.
- Der Hersteller des Wärmeerzeugers schreibt einen Schmutzschutz vor.
In einer neuen Anlage mit sauberem, aufbereitetem Füllwasser und ohne Sauerstoffeintrag ist der Nutzen kleiner. Dort reicht oft ein einfacher Schmutzfänger.
Wo und wie er eingebaut wird
Üblich ist der Einbau im Rücklauf, also in der Leitung, in der das Wasser aus den Heizkörpern zurück zum Wärmeerzeuger fließt. So wird der Schmutz abgefangen, bevor er Pumpe und Wärmetauscher erreicht. Wichtig sind:
- Absperrungen vor und hinter dem Abscheider, damit er gewartet werden kann
- Eine Einbaulage und Rohrgröße nach Herstellerangaben
- Ein zum Durchfluss passendes Modell, damit kein unnötiger Druckverlust entsteht
- Gute Zugänglichkeit für die Reinigung
Der Einbau ist ein Eingriff in das Rohrnetz der Heizung. Dafür wird die Anlage ganz oder teilweise entleert, danach wieder befüllt, entlüftet und auf Druck gebracht. Das gehört in die Hände eines Fachbetriebs, am besten zusammen mit anderen Arbeiten wie einem Heizungstausch oder einer Spülung.
Was ein Magnetitabscheider nicht kann
- Er beseitigt nicht die Ursache. Gelangt weiter Sauerstoff in die Anlage, entsteht weiter Magnetit. Häufiges Nachfüllen oder ein ständig sinkender Heizungsdruck sollten deshalb geklärt werden.
- Er fängt keinen Kalk. Gegen Kalk hilft aufbereitetes Füllwasser – siehe Heizungswasser aufbereiten.
- Er ersetzt keine Spülung. Festsitzender Schlamm in Heizkörpern und Rohren bleibt, wo er ist. Wie eine Spülung abläuft, zeigt der Ratgeber Fußbodenheizung spülen.
Reinigung und Kontrolle
In den ersten Wochen nach dem Einbau holt der Abscheider oft den meisten Schmutz aus dem Kreislauf. Eine frühe erste Kontrolle ist deshalb sinnvoll, danach genügt meist die Reinigung bei der regelmäßigen Wartung. Die gesammelte Menge ist ein guter Hinweis auf den Zustand der Anlage: Wird es nicht weniger, gelangt weiter Sauerstoff ins System. Bei der Heizungswartung prüfen wir Druck, Pumpe und den Zustand des Heizungswassers. Ob ein Abscheider bei einem Heizungstausch eingeplant werden sollte, klären wir bei der Heizungsmodernisierung.
In der Mietwohnung
Einbau und Reinigung eines Abscheiders sind Sache von Vermieter oder Hausverwaltung. Fällt Ihnen beim Entlüften schwarzes Wasser auf oder bleiben Heizkörper unten kalt, ist das eine sinnvolle Information für die Meldung.
Fazit
Ein Magnetitabscheider holt feine Korrosionspartikel aus dem Heizungswasser und schützt Pumpe, Ventile und Wärmetauscher. Besonders sinnvoll ist er, wenn ein neuer Wärmeerzeuger an ein älteres Heizsystem angeschlossen wird. Er ersetzt aber weder eine Spülung noch die Suche nach der Ursache: Solange Sauerstoff in die Anlage gelangt, entsteht neues Magnetit.


































































































