Im Sommer ist der Außenwasserhahn unverzichtbar für Garten, Terrasse oder Balkon. Im Winter wird er schnell zum Risiko, wenn er vergessen wird. Wer den Außenwasserhahn winterfest machen möchte, braucht dafür kein Werkzeug und nur wenige Minuten: Absperren, Entleeren, Hahn offen lassen. Dieser Ratgeber erklärt, warum das wichtig ist, wann der richtige Zeitpunkt ist, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und worauf Sie im Frühjahr achten sollten.
Warum ein Außenhahn winterfest gemacht werden muss
Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Steht in der Außenleitung oder in der Armatur noch Wasser, entsteht bei Frost ein enormer Druck. Die Folge können Risse in der Armatur oder in der Leitung sein – und zwar nicht nur außen, sondern oft auch im Abschnitt, der durch die kalte Außenwand führt.
Das Tückische daran: Der Schaden fällt meist nicht sofort auf. Solange das Wasser gefroren ist, dichtet das Eis den Riss ab. Erst beim Auftauen oder wenn der Hahn im Frühjahr wieder aufgedreht wird, tritt Wasser aus – im ungünstigsten Fall unbemerkt innen in der Wand, im Keller oder unter dem Fußboden. Aus einer vergessenen Kleinigkeit wird dann ein Wasserschaden.
Besonders gefährdet sind Leitungen, die durch ungeheizte Bereiche führen: eine Garage, ein Kellerraum mit Außenwand, ein Wintergarten oder ein Schacht an der Fassade. Auch eine gut gedämmte Wand schützt den Abschnitt direkt hinter dem Hahn nicht zuverlässig, weil die Kälte über die Armatur und das Metallrohr nach innen geleitet wird. Deshalb reicht es nicht, auf milde Winter zu hoffen – eine einzige kalte Nacht mit Wind kann genügen.
Wann Sie den Außenhahn winterfest machen sollten
Der richtige Zeitpunkt ist vor dem ersten Frost. In Berlin kann der erste Nachtfrost schon im Herbst kommen, je nach Jahr früher oder später. Warten Sie deshalb nicht, bis die Wettervorhersage Minusgrade meldet, sondern erledigen Sie es, sobald Sie den Gartenschlauch nicht mehr brauchen. Ein fester Termin im Herbst – etwa beim Wegräumen der Gartenmöbel – hilft, es nicht zu vergessen.
Schritt für Schritt: So machen Sie den Außenwasserhahn winterfest
- Absperrventil der Außenleitung finden. In den meisten Häusern gibt es innen ein eigenes Absperrventil für die Außenleitung – oft im Keller, im Hauswirtschaftsraum oder hinter einer Revisionsklappe in der Nähe der Wand, an der außen der Hahn sitzt. Ist keines zu finden, hilft Ihnen der Ratgeber Wasser abstellen bei der Suche nach den Absperrstellen im Haus.
- Absperrventil schließen. Drehen Sie das Ventil im Uhrzeigersinn zu, bis es spürbar geschlossen ist. Wenden Sie keine Gewalt an – lässt es sich nicht bewegen, lassen Sie es von einem Fachbetrieb prüfen.
- Schlauch und Zubehör abnehmen. Entfernen Sie Gartenschlauch, Schlauchkupplung, Verteiler oder Bewässerungscomputer vom Außenhahn. In diesen Teilen steht sonst Wasser, das ebenfalls gefrieren kann.
- Außenhahn öffnen und leerlaufen lassen. Drehen Sie den Hahn außen auf. Es läuft kurz Restwasser heraus, danach sollte nichts mehr kommen. Läuft dauerhaft Wasser nach, ist das Absperrventil nicht dicht geschlossen oder es ist das falsche Ventil.
- Entleerungsschraube öffnen, falls vorhanden. Viele Absperrventile für Außenleitungen haben seitlich eine kleine Entleerungsschraube oder -kappe. Stellen Sie einen Eimer darunter und öffnen Sie sie vorsichtig von Hand. So läuft auch das Wasser zwischen Ventil und Außenwand ab. Anschließend die Schraube wieder schließen.
- Außenhahn offen lassen. Lassen Sie den Außenhahn den Winter über geöffnet. So kann sich kein Druck aufbauen, falls noch ein wenig Restwasser in der Leitung steht.
- Schlauch leeren und frostfrei lagern. Lassen Sie den Gartenschlauch vollständig leerlaufen, rollen Sie ihn auf und lagern Sie ihn zusammen mit Kupplungen und Verteilern im Keller, in der Garage oder an einem anderen frostfreien Ort.
Balkon, Terrasse und Garten
Nicht nur der klassische Gartenhahn an der Hauswand ist betroffen. Auch Wasseranschlüsse auf dem Balkon, an der Terrasse oder frei stehende Gartenzapfstellen müssen vor dem Winter abgesperrt und entleert werden. Bei Gartenleitungen, die im Boden verlegt sind, gibt es oft einen eigenen Entleerungspunkt an der tiefsten Stelle. Wo dieser sitzt, ist nicht immer offensichtlich – im Zweifel sollte ein Fachbetrieb die Leitungsführung ansehen. Auch Regentonnen, Pumpen und Bewässerungssysteme brauchen im Herbst ihre eigene Vorbereitung.
Frostsichere Außenarmaturen als Nachrüstung
Es gibt Außenarmaturen, die frostsicher konstruiert sind. Bei ihnen liegt das eigentliche Absperrventil nicht außen, sondern im warmen Bereich innerhalb der Wand. Beim Schließen entleert sich der Teil, der in der Kälte liegt, automatisch. Das erleichtert die Winterpflege deutlich. Voraussetzung ist ein fachgerechter Einbau mit ausreichendem Gefälle und der richtigen Länge für die jeweilige Wandstärke. Eine solche Nachrüstung übernehmen wir im Rahmen von Armaturen austauschen in Berlin. Auch bei frostsicheren Armaturen gilt: Schlauch abnehmen, sonst kann das Wasser nicht ablaufen.
Wann der Fachbetrieb ran sollte
Ein Fachbetrieb sollte sich die Außenleitung ansehen, wenn Sie kein Absperrventil finden, das Ventil klemmt oder nicht dicht schließt, am Außenhahn Wasser nachläuft, obwohl innen abgesperrt ist, oder wenn Sie Feuchtigkeit an der Innenwand hinter dem Hahn bemerken. Auch das Nachrüsten eines Absperrventils oder einer frostsicheren Armatur gehört in fachkundige Hände. Solche Arbeiten erledigen wir als Klempner in Berlin.
Ist die Leitung trotz aller Vorsicht gerissen und tritt Wasser aus, schließen Sie sofort das Absperrventil oder den Hauptabsperrhahn. Hinweise zum weiteren Vorgehen finden Sie im Ratgeber Wasserschaden – was tun?. Bei einer beschädigten Leitung unterstützt Sie unser Service bei Rohrbruch in Berlin.
Im Mehrfamilienhaus und in der Mietwohnung
In Mehrfamilienhäusern kümmert sich meist der Hausmeister oder ein von der Hausverwaltung beauftragter Dienst darum, Außenleitungen vor dem Winter abzusperren. Als Mieter mit eigenem Garten- oder Balkonanschluss sollten Sie klären, wer dafür zuständig ist und wo das Absperrventil sitzt. Sind Sie unsicher, sprechen Sie die Hausverwaltung rechtzeitig vor dem ersten Frost an. Schlauch und Zubehör abzunehmen und frostfrei zu lagern, können Sie in der Regel selbst erledigen. Wer bei einem Frostschaden verantwortlich ist, hängt vom Mietvertrag und vom Einzelfall ab.
Im Frühjahr wieder in Betrieb nehmen
Ist keine Frostgefahr mehr zu erwarten, nehmen Sie den Außenhahn wieder in Betrieb:
- Außenhahn schließen und prüfen, ob die Entleerungsschraube am Absperrventil zu ist.
- Absperrventil innen langsam öffnen.
- Außenhahn kurz aufdrehen und das erste Wasser ablaufen lassen.
- Hahn schließen und Armatur sowie die Innenwand auf Tropfen oder Feuchtigkeit kontrollieren.
- In den ersten Tagen auf feuchte Stellen, ungewöhnliche Geräusche oder einen laufenden Wasserzähler achten.
Weist etwas auf eine Undichtigkeit hin, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber Rohrbruch erkennen.
Fazit
Den Außenwasserhahn winterfest zu machen, dauert nur wenige Minuten und kann einen Frostschaden verhindern. Vor dem ersten Frost das innere Absperrventil schließen, Schlauch abnehmen, den Hahn leerlaufen lassen, gegebenenfalls die Entleerungsschraube öffnen und den Hahn über den Winter offen lassen. Im Frühjahr langsam wieder aufdrehen und auf Undichtigkeiten achten. Fehlt ein Absperrventil oder klemmt es, sollte ein Fachbetrieb nachrüsten.


















































