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Vereister Außenwasserhahn mit Eiszapfen an einer gedämmten Leitung, eine Hand im Arbeitshandschuh greift an das blaue Handrad, im Hintergrund Schnee
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Wasserleitung eingefroren – was Sie jetzt tun sollten

Bei Frost kommt kein Wasser mehr aus dem Hahn? Dann ist oft eine Leitung in Keller, Außenwand oder Garage eingefroren. So tauen Sie sie sicher auf und erkennen rechtzeitig, ob ein Frostriss entstanden ist.

30. September 2026

Draußen herrscht strenger Frost, Sie öffnen den Wasserhahn – und es kommt nichts oder nur ein dünnes Rinnsal. Dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Wasserleitung eingefroren. Das betrifft vor allem Leitungen in unbeheizten Kellern, in Außenwänden, in Garagen oder in leerstehenden Räumen. Gefroren ist eine Leitung noch kein Schaden. Kritisch wird es, weil Wasser sich beim Gefrieren ausdehnt und das Rohr dabei reißen kann. Der Riss zeigt sich oft erst beim Auftauen – dann läuft plötzlich Wasser aus. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie richtig reagieren, sicher auftauen und wann ein Fachbetrieb übernehmen sollte.

Anzeichen für eine eingefrorene Wasserleitung

  • Kein Wasser oder nur Tröpfeln bei Frost, obwohl es vorher normal lief.
  • Nur ein Anschluss betroffen: Kommt in der Küche Wasser, im Keller oder am Außenanschluss aber nicht, liegt der Frost meist in der Leitung zu dieser Zapfstelle.
  • Leitung in einem kalten Bereich: Die betroffene Leitung verläuft durch einen unbeheizten Keller, eine Außenwand, eine Garage oder einen Raum mit offenem Fenster.
  • Sichtbarer Reif oder sehr kalte Rohroberfläche an frei liegenden Rohren.

Kommt in der ganzen Wohnung kein Wasser, kann auch eine Versorgungsunterbrechung vorliegen. Fragen Sie in einem Mehrfamilienhaus zuerst bei Nachbarn oder der Hausverwaltung nach. Bei Störungen im öffentlichen Netz sind in Berlin die Berliner Wasserbetriebe zuständig.

Sofort: Diese Schritte zuerst

  1. Absperrung lokalisieren: Finden Sie den Hauptabsperrhahn oder das Absperrventil der betroffenen Leitung, bevor Sie mit dem Auftauen beginnen. Reißt die Leitung, müssen Sie schnell handeln können. Wo der Hahn üblicherweise sitzt, erklärt der Ratgeber Wasser abstellen.
  2. Wasserhahn öffnen: Öffnen Sie den Hahn an der betroffenen Zapfstelle. So kann Schmelzwasser abfließen, und der Druck in der Leitung baut sich beim Auftauen nicht unnötig auf.
  3. Stelle eingrenzen: Verfolgen Sie die Leitung von der Zapfstelle zurück. Besonders kalte Abschnitte, Durchführungen durch Außenwände und Bereiche an Kellerfenstern sind typische Frostpunkte.
  4. Umgebung vorbereiten: Wertgegenstände und Kartons von der Leitung wegräumen, Tücher und einen Eimer bereitstellen.

Wasserleitung sicher auftauen

Das Ziel ist, die Leitung langsam und gleichmäßig zu erwärmen. Plötzliche starke Hitze kann das Rohr beschädigen und ist eine Brandgefahr.

  • Raum aufheizen: Heizung im betroffenen Raum aufdrehen, Türen zu beheizten Räumen öffnen, Kellerfenster schließen. Oft reicht das schon.
  • Warme Tücher: Tücher in warmes Wasser tauchen, auswringen und um das Rohr legen. Regelmäßig erneuern.
  • Föhn mit Abstand: Einen Haartrockner auf niedriger Stufe mit deutlichem Abstand über die Leitung führen, beginnend nahe am geöffneten Hahn und langsam weiter in Richtung der gefrorenen Stelle. Nur verwenden, wenn der Boden und die Umgebung trocken sind.
  • Heizlüfter mit Abstand: Ein Heizlüfter kann den Raum erwärmen, darf aber nicht direkt auf die Leitung gerichtet oder zu nah aufgestellt werden.

Beim Auftauen auf Risse achten

Beobachten Sie die Leitung während und nach dem Auftauen genau. Zeigen sich Tropfen, ein feuchter Streifen am Rohr oder läuft Wasser heraus, ist das Rohr durch den Frost gerissen.

  1. Sofort absperren – am Absperrventil der Leitung oder am Hauptabsperrhahn.
  2. Strom beachten: Liegt Wasser in der Nähe von Steckdosen oder Geräten, nichts anfassen und im Zweifel die Sicherung für den Bereich ausschalten, sofern der Sicherungskasten trocken und gefahrlos erreichbar ist.
  3. Fachbetrieb rufen: Ein Frostriss muss fachgerecht repariert werden. Hilfe bekommen Sie über unseren Sanitär-Notdienst oder unsere Seite zum Rohrbruch in Berlin.
  4. Wasser aufnehmen und dokumentieren: Fotos machen, Wasser aufwischen, betroffene Gegenstände in Sicherheit bringen. Was danach zu tun ist, beschreibt der Ratgeber Wasserschaden – was tun?.

Nicht jeder Frostriss ist sofort sichtbar. Kleine Risse in Wand oder Boden zeigen sich manchmal erst Tage später durch Feuchtigkeit, Flecken oder einen ungewöhnlich hohen Wasserverbrauch. Worauf Sie achten sollten, steht im Ratgeber Rohrbruch erkennen.

Wenn die Leitung in Wand oder Boden liegt

Liegt die eingefrorene Stelle in einer Wand, unter dem Estrich oder hinter einer Verkleidung, kommen Sie mit Tüchern und Föhn nicht heran. Heizen Sie den Raum vorsichtig auf, lassen Sie den Hahn geöffnet und behalten Sie die Wand im Blick. Weiterführende Maßnahmen – Wand öffnen, Leitung orten, gezielt auftauen – gehören in die Hände eines Fachbetriebs.

Heizungsleitungen und Heizkörper eingefroren

Sind Heizungsleitungen oder Heizkörper eingefroren, etwa in einer leerstehenden Wohnung oder nach einem längeren Heizungsausfall, versuchen Sie nicht, sie selbst aufzutauen oder die Anlage in Betrieb zu nehmen. Der Heizkreis steht unter Druck, und eingefrorene Bauteile können beschädigt sein. Rufen Sie einen Heizungsfachbetrieb oder den Notdienst. Auch ein auffälliger Druckverlust nach Frost kann auf ein Leck hindeuten – Hintergründe dazu im Ratgeber Heizungsdruck zu niedrig.

Vorbeugung für den nächsten Winter

  • Räume nicht auskühlen lassen: Auch in selten genutzten Räumen die Heizung auf niedriger Stufe weiterlaufen lassen, nicht ganz abschalten.
  • Kellerfenster schließen, besonders bei längeren Frostperioden.
  • Leitungen in unbeheizten Bereichen dämmen – Keller, Garage, Dachboden.
  • Nicht genutzte Leitungen entleeren: Leitungen zu Außenanschlüssen oder Gartenhäusern vor dem Winter absperren und entleeren, sofern dafür Absperr- und Entleerungsventile vorhanden sind.
  • Leerstand absichern: Bei längerer Abwesenheit oder leerstehenden Wohnungen die Heizung nicht abschalten und regelmäßig nachsehen lassen.

Ist dieselbe Leitung schon einmal eingefroren, lohnt ein genauerer Blick auf die Ursache. Häufig verläuft sie nah an einem undichten Kellerfenster, durch eine ungedämmte Außenwand oder in einem Bereich, der im Winter kaum Wärme bekommt. Ein Fachbetrieb kann prüfen, ob eine bessere Dämmung reicht oder ob die Leitung besser anders geführt werden sollte.

Wann der Fachbetrieb ran sollte

Ein Fachbetrieb sollte übernehmen, wenn beim Auftauen Wasser austritt, wenn die Leitung in Wand oder Boden unerreichbar ist, wenn trotz Auftauen kein Wasser kommt, wenn Heizungsleitungen oder Heizkörper betroffen sind oder wenn Sie Feuchtigkeit in Wänden und Decken bemerken. Bei einem akuten Wasseraustritt hilft unser Sanitär-Notdienst, bei Feuchteschäden die Seite zum Wasserschaden in Berlin.

In der Mietwohnung

In der Mietwohnung sollten Sie eine eingefrorene Wasserleitung umgehend der Hausverwaltung oder dem Vermieter melden – bei Wasseraustritt sofort. Hahn öffnen, den Raum heizen und vorsichtig mit warmen Tüchern auftauen können Sie selbst. Arbeiten an der Leitung sind Sache des Vermieters und eines beauftragten Fachbetriebs. Dokumentieren Sie den Zustand mit Fotos. Ob und in welchem Umfang eine Versicherung Frostschäden übernimmt und wer welche Kosten trägt, hängt vom Vertrag und vom Einzelfall ab – klären Sie das frühzeitig mit Vermieter und Versicherung.

Fazit

Ist die Wasserleitung eingefroren, zählt vor allem Ruhe: Absperrung finden, Hahn öffnen und die Leitung langsam mit Raumwärme, warmen Tüchern oder einem Föhn mit Abstand auftauen. Offene Flammen und Heißluftpistolen sind tabu. Achten Sie beim Auftauen auf Risse und sperren Sie bei Wasseraustritt sofort ab. Unerreichbare Leitungen, Heizungsleitungen und Frostrisse gehören in die Hände eines Fachbetriebs.

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