Eine Gastherme arbeitet nie ganz lautlos. Gebläse, Pumpe und Zündung sind zu hören. Fällt Ihnen aber ein neues oder lauter werdendes Geräusch direkt am Gerät auf, lohnt sich das Einordnen. Dieser Beitrag bezieht sich auf die Therme selbst. Kommen die Geräusche von Heizkörpern oder Leitungen, hilft Heizung macht Geräusche.
Was normalerweise zu hören ist
- Gleichmäßiges Summen: Laut Bosch ein normales Betriebsgeräusch von Gebläse und Pumpe.
- Zweimaliges kurzes Klopfen beim Anlauf oder Abschalten: Bosch führt es auf das Öffnen und Schließen der Sicherheitsventile in der Gasarmatur zurück.
- Leises Anlaufen des Brenners: Ganz lautlos geht auch das nicht.
Vergleichen Sie mit dem gewohnten Klang. Wird etwas lauter, ändert sich der Ton oder kommt ein neues Geräusch dazu, sollten Sie genauer hinsehen.
Welches Geräusch was bedeuten kann
Die Einordnung folgt dem Bosch-Ratgeber zu Gasthermen. Sie ersetzt keine Prüfung.
Pfeifen oder Heulen
Tritt es beim Aufheizen oder beim Warmwasser auf, kommen ein falsches Gas-Luft-Verhältnis, ein verschmutzter Brenner oder eine Engstelle im Gasweg infrage. Das sollte zeitnah geprüft werden, weil der Brenner sonst Schaden nehmen kann. Pfeift es dagegen am Heizkörper, liegt es eher am Durchfluss, siehe Heizung pfeift.
Rasseln wie eine Säge
Das spricht oft für einen Lagerschaden am Gebläse, vor allem bei älteren Geräten. Fällt das Gebläse aus, kann die Therme auf Störung gehen. Ein Beispiel ist Viessmann F9.
Klackern beim Umschalten
Klackert es beim Wechsel zwischen Heizung und Warmwasser, arbeiten Pumpe und Umschaltventil möglicherweise nicht sauber zusammen. Mehr dazu unter Umschaltventil Heizung.
Rattern bei fließendem Wasser
Hier kommen ein defektes Rückschlagventil, Druckschwankungen oder ein verstopfter Durchflussbegrenzer im Kaltwasserzulauf infrage.
Gluckern und Blubbern
Staut sich das Kondensat, weil der Ablauf verstopft ist, kann es in der Wanne und im Siphon blubbern. Das sollte zeitnah behoben werden: Laut Bosch kann ein verstopfter oder leergelaufener Siphon Abgas in den Aufstellraum lassen. Der Siphon gehört deshalb nicht in Eigenregie geöffnet. Zum Thema Luft im System gibt es Heizung gluckert.
Hier sollten Sie abschalten
- Blubbern mit Dampfschlägen: Laut Bosch oft zu wenig Wasserdruck und Luft im Wärmeübertrager. Gerät abschalten und die Anlage fachgerecht befüllen und entlüften lassen.
- Hartes Knallen beim Zünden: Das Gerät ausschalten und nicht wiederholt starten. Einen Fachbetrieb rufen.
- Lautes Kochen: Besonders zusammen mit einer Überhitzungsmeldung oder steigendem Druck, siehe Heizung zu heiß.
- Geräusch zusammen mit einem Geruch: Hier gelten zuerst die Hinweise unter Heizung riecht.
Piept das Gerät, meldet es meist eine Störung. Lesen Sie dann die Anzeige ab, siehe Heizung Störung.
Was Sie selbst tun können
- Das Geräusch mit dem Handy aufnehmen und notieren, wann es auftritt: beim Zünden, beim Heizen oder beim Warmwasser.
- Den Druck am Manometer ablesen. Wie Sie ihn einordnen, steht unter Heizungsdruck zu niedrig.
- Heizkörper entlüften, wenn es nach Luft klingt und das Gerät keine Störung zeigt, siehe Heizung entlüften.
- Lüftungsöffnungen freihalten.
Gehäuse, Brenner, Gebläse, Gasarmatur, Abgasweg und Siphon bleiben tabu. Ein CO-Warnmelder im Aufstellraum ist laut Bosch sinnvoll, weil Kohlenmonoxid nicht wahrnehmbar ist.
Was der Fachbetrieb prüft
Er ordnet das Geräusch am laufenden Gerät zu und prüft je nach Befund Gaseinstellung, Brenner, Gebläse, Pumpe, Kondensatablauf und Wasserdruck. Hilfe bietet die Gastherme-Reparatur, zur Vorsorge die Gastherme-Wartung. Bei einem älteren Gerät mit größerem Schaden kann auch die Frage nach einem Tausch aufkommen, siehe Gastherme-Lebensdauer.
In der Mietwohnung
Melden Sie neue oder lauter werdende Geräusche der Hausverwaltung oder der Vermieterseite, am besten mit Aufnahme und Datum. Bei Geruch oder Knall warten Sie damit nicht, sondern handeln sofort nach den Hinweisen oben.
Fazit
Leises Summen und kurzes Klopfen beim Start sind meist normal. Pfeifen, Rasseln und Klackern sollten geprüft werden, Dampfschläge und hartes Knallen sind ein Grund zum Abschalten. Sie können Geräusch und Druck dokumentieren, die Arbeit am Gerät bleibt beim Fachbetrieb.








