Im WC-Becken bleibt trotz regelmäßigem Putzen ein brauner Rand, unter dem Spülrand bilden sich harte Krusten, und die Bürste richtet nichts mehr aus: Das ist meist Urinstein. Er lässt sich mit den richtigen Mitteln lösen, braucht aber Einwirkzeit und etwas Vorsicht. Hier lesen Sie, welche Mittel helfen, wie Sie bei hartnäckigen Belägen vorgehen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Was Urinstein ist
Urinstein entsteht, wenn sich Bestandteile aus dem Urin mit dem Kalk aus dem Wasser verbinden. Es bildet sich eine harte, mineralische Schicht, die mit der Zeit dicker wird und sich verfärbt. In der rauen Oberfläche setzen sich Bakterien fest, was zu unangenehmem Geruch beitragen kann. Wenn Ihre Toilette trotz Reinigung riecht, finden Sie weitere Ursachen im Ratgeber Toilette stinkt.
Typische Stellen sind:
- der Wasserrand im Becken, wo das Wasser dauerhaft steht
- der Bereich unter dem Spülrand, der schwer einsehbar ist
- der Übergang vom Becken in den Siphon
- beim Urinal der Ablauf und das Sieb
Welche Mittel gegen Urinstein helfen
Urinstein ist mineralisch und lässt sich deshalb mit Säure lösen. Normale Allzweck- oder Chlorreiniger richten dagegen wenig aus.
| Mittel | Einsatz und Hinweise |
|---|---|
| Zitronensäure | Pulver in kaltem oder lauwarmem Wasser lösen, nicht heiß anwenden; gut für leichte bis mittlere Beläge |
| Essigessenz | Unverdünnt oder leicht verdünnt, längere Einwirkzeit; riecht stark, gut lüften |
| Säurehaltiger WC-Reiniger | Gezielt unter den Spülrand auftragen; Dosierung und Einwirkzeit laut Hersteller |
| Chlorhaltige Reiniger | Lösen keinen Urinstein; niemals mit Säuren kombinieren |
Sicherheit geht vor
- Tragen Sie Haushaltshandschuhe und, wenn es spritzen kann, eine Schutzbrille.
- Lüften Sie gut, besonders bei Essigessenz und in kleinen Bädern ohne Fenster.
- Lesen Sie die Gefahrenhinweise auf der Verpackung und halten Sie Kinder fern.
Urinstein entfernen: Schritt für Schritt
1. Leichte Beläge
Tragen Sie das Mittel auf die betroffenen Stellen auf, bei Zitronensäure als Lösung, bei einem WC-Reiniger gezielt unter den Spülrand. Lassen Sie es nach Herstellerangabe oder mindestens einige Stunden einwirken. Danach bürsten Sie die gelösten Reste mit der WC-Bürste ab und spülen.
2. Hartnäckiger Belag am Wasserrand und im Siphon
Ein häufiger Fehler: Das Mittel wird ins volle Becken gegeben und dadurch stark verdünnt. Senken Sie deshalb zuerst den Wasserstand. Dazu drücken Sie das Wasser mit der WC-Bürste mehrmals kräftig in den Siphon, bis der Spiegel sinkt, oder schöpfen es mit einem alten Becher ab. Jetzt erreicht das Mittel die Krusten unverdünnt.
Geben Sie Essigessenz oder gelöste Zitronensäure in das Becken und lassen Sie es über Nacht wirken. Spülen Sie in dieser Zeit nicht. Am nächsten Morgen lassen sich angelöste Schichten meist mit der Bürste oder einem Kunststoffschaber lösen. Bei dicken Krusten wiederholen Sie den Vorgang.
3. Unter dem Spülrand
Den Spülrand erreichen Sie am besten mit einem Gel-Reiniger in einer Flasche mit gebogenem Hals oder mit Küchenpapier, das in Essig oder Zitronensäurelösung getränkt und unter den Rand gelegt wird. Ein kleiner Spiegel hilft, die Stellen zu sehen.
4. Urinal
Beim Urinal sitzt Urinstein vor allem am Ablauf, am Sieb und im Geruchsverschluss. Nehmen Sie das Sieb heraus, soweit es dafür vorgesehen ist, und legen Sie es in eine Säurelösung. Den Ablaufbereich behandeln Sie wie das WC-Becken mit Einwirkzeit. Bei wasserlosen Urinalen gilt die Reinigungsanleitung des Herstellers, da manche Mittel die Sperrflüssigkeit oder Kartusche stören können.
Das richtige Werkzeug
- WC-Bürste mit festen Borsten oder eine Bürste mit gebogenem Kopf für den Spülrand
- Kunststoffschaber oder ein alter Plastikspatel für angelöste Krusten
- Schwamm mit weicher Seite für die Oberfläche
Verzichten Sie auf Metallspachtel, Drahtbürsten, Stahlwolle und Scheuermittel. Sie zerkratzen die Glasur. In den Kratzern setzt sich neuer Urinstein dann noch schneller fest.
Wenn die Spülung schwächer geworden ist
Urinstein und Kalk setzen sich auch in den Spülöffnungen unter dem Rand ab. Dann läuft das Wasser ungleichmäßig ins Becken und spült schlechter. Wenn Sie den Spülrand gereinigt haben und die Spülung trotzdem schwach bleibt, helfen die Hinweise im Ratgeber Toilettenspülung zu schwach. Läuft dagegen ständig Wasser nach, ist meist die Technik im Spülkasten betroffen – siehe Spülkasten läuft nach.
Urinstein in den Abflussrohren
Urinstein bildet sich nicht nur im Becken, sondern auch in den Anschlussleitungen und Fallleitungen, vor allem in älteren Häusern und bei Urinalen. Die Ablagerungen verengen den Querschnitt nach und nach. Erste Anzeichen sind ein langsam ablaufendes Becken oder wiederkehrende Verstopfungen. Was Sie bei einer akuten Verstopfung tun können, beschreibt der Beitrag Toilette verstopft – was tun?
Große Mengen Säure in die Rohre zu kippen, ist keine Lösung. Die Wirkung im Rohr ist schwer zu steuern, Dichtungen und ältere Leitungen können leiden, und feste Ablagerungen bleiben oft trotzdem. Bei Engstellen in der Leitung ist eine mechanische Rohrreinigung der sichere Weg.
Urinstein vorbeugen
- Reinigen Sie das WC regelmäßig, auch unter dem Spülrand. Dünne Beläge lassen sich leicht entfernen, dicke Krusten nicht.
- Geben Sie gelegentlich ein mildes saures Mittel über Nacht ins Becken.
- Spülen Sie nach jeder Benutzung, auch bei Spartaste.
- Bei einem neuen WC: Spülrandlose Modelle haben keinen verdeckten Rand, an dem sich Ablagerungen unbemerkt sammeln, und lassen sich leichter reinigen.
Wann ein Fachbetrieb helfen sollte
Urinstein im Becken können Sie in aller Regel selbst entfernen. Fachliche Hilfe ist sinnvoll, wenn das Wasser trotz Reinigung langsam abläuft, mehrere Abläufe betroffen sind oder die Spülung nicht richtig funktioniert. Bei Problemen mit Spülkasten oder Anschluss hilft eine WC-Reparatur. Ist die Glasur stark zerkratzt, die Keramik gerissen oder das WC sehr alt, kann es sinnvoller sein, die Toilette austauschen zu lassen.
In der Mietwohnung gehört die normale Reinigung zur Pflege durch die Bewohner. Sind die Leitungen im Haus durch Ablagerungen verengt, ist das in der Regel Sache von Vermieter oder Hausverwaltung. Wer im Einzelfall die Kosten trägt, hängt von Ursache und Mietvertrag ab.























































































































